bei mir lief das so. Seit einigen Jahren segle ich. Habe da auch recht viel Geld investiert für den ein oder anderen Segelschein. Die letzten drei Jahre, seit ich in Berlin bin, bin ich auch viel zum Segeln gekommen. Was mich aber zunhemend mehr ärgert ist, dass ich selten jemand zum Mitsegeln habe und die Leihboote zumeist in einem fürchterlichen Zustand sind. Ein eigenes Boot ist in der Form wie ich es mir nur vorstellen kann nicht wirklich gut finanzierbar.
Auch ist am Wochenende die Havel halt immer voll und im Winter geht gar nichts. So bin ich langsam auf die Idee gekommen, dass es ja noch andere Sportarten auf dem Wasser gibt, die leise sind. Und habe dann wieder das paddeln angefangen (zuletzt vor etwa 20 Jahren).
Jetzt bin ich schon einiges im Kajak gepaddelt und vor kurzem mal per Zufall in einem Canadier. Das war irgendwie viel entspannter. Ok, das mit dem Wind ist nicht so Lustig, aber Reisen ist bestimmt sehr schön. Mehr Zuladung und einfacher zu packen. Einfacherer Zugriff auf das Gepäck während des paddelns.
Und.... bitte nicht für Verrückt halten.... irgendwie beeindruckt mich die Paddeltechnik. Das hat irgendwie Anziehungskraft auf mich. Nicht nur J-Schlag, sondern was auch noch so Möglich ist mir einem Canadier (Kringeln?). Irgendwie passt dieser Paddelstiel in den Herbst, wenn die Blätter gelb sind und im Wasser schwimmen. Ist irgenwie näher dran. Falls Ihr versteht...
Meine Frau und ich haben 2004 einen organisierten Paddelurlaub in Schweden verbracht. Es hat uns fasziniert, alles im Boot dabei zu haben und loszuziehen. Mittlerweile haben wir sogar Paddeln gelernt...
Warum nicht Kajak? Mir hat es zu wenig Platz, ist zu kipplig, hat eine eintönige Sitzposition und Doppelpaddel tropfen immer so. Geht außerdem mehr in Richtung Wasser-Sport. Warum nicht Segeln? Stelle ich mir auf einem 5m breiten Fluß mit vielen Hindernissen etwas anstrengend vor. Ist außerdem was ganz anderes. Warum nicht Schwimmen: Naja - Ach so, das war gar nicht gefragt. Warum Canadier: Schau Dir die ganzen Tourenfotos an... Es ist Erholung und Genießen, nicht Strecke machen (jedenfalls für mich)
Gruß, Markus
Caspar Honig
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11.11.2011 16:03
#5 RE: Warum Canadier und nicht Kajak oder Segelboot oder ???
Siehe Jörg ... die Frage stellt sich wirklich nicht, aber es gibt doch ein paar Antworten.
Ein OC ist zum Reisen auf dem Wasser das bestmögliche Vehikel. - verträgt im Verhältnis zu Größe und Gewicht viel Zuladung und große Gepäckstücke - Landtransporte (Hindernisse Wehre, Stromschnellen usw) sind einfacher als mit allen anderen Wasserfahrzeugen - ich muß nicht zu minimalistisch unterwegs sein, also kann ich auch unterwegs einen gewissen "Komfort" geniessen - dort wo ich gern unterwegs bin, ist es die beste Wahl der Möglichkeiten
Das waren die ganz objektiven Gründe .....
Dann ist da noch der Canoe-Virus, das Freiheitsgefühl, der Spaß .... und und und ...
- Es gibt mehr (kleine) Flüsse zum Paddeln als Seen zum Segeln (zumindest in unserer Gegend) - Für eine Familie mit Kindern ist ein Kanadier auf dem Fluß das effektivste und idealste Fortbewegungsmittel
Im Vergleich zum Segeln ist imho außerdem das Naturerlebnis größer und abwechslungsreicher.
Wenn es schwimmt, dann paddel ich es. Egal was. Und es macht ALLES sehr viel Spass, egal ob mit Stech- oer Doppelpaddel, egal ob Tour, Meer oder Wildwasser.
Segeln war ca. 15 Jahre ein Thema, mit Kajak im WW hatte ich auf Dauer keine Freude, nach 10 Jahren Pause habe ich gefunden, was mir am besten entspricht: das offene Kanu.
Canadierpaddeln ist eine poetische Form, die Welt zu erleben...
" Ob es die Stromschnellen im Frühjahr sind, oder die Empfindungen der Schönheit der Natur auf einem spiegelglatten See am frühen Morgen – Kanufahren ist Poesie und spannendes Abenteuer zugleich " (Arno Gatz)
Bin letzten Samstag den Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal alleine hoch und runter gepaddelt. Im Wasser schwammen bunte Blätter, das Wasser war vollkommen glatt, nur die Bugwelle durchbrach die Stille des Wassers. An der parallel verlaufenden Straße grollte der Verkehr...... äh, nein, das meinte ich jetzt nicht....
Ich bin beeindruckt, wieviele doch unterschiedliche Zugänge zum Canadierfahren gefunden haben. Obwohl er ja auch wirkliche Nachteile hat. Es regnet rein, ist nicht so schön warm an den Beinen, will ständig um die Ecke fahren, bei der Eskimorolle funktionieren nur die ersten 180°, richtig schwimmen tun die Dinger auch nicht mehr, wenn se mal im Bach liegen, sind langsamer.... usw. Dafür trägt man nicht diese seltsamen Schürtzen vor den Beinen
Moin Sirob Was für eine Antwort hast du auf folgende Frage? Welches Boot kann auch mehrere Personen tragen, problemlos portagiert werden, küstentauglich segeln, auf dem Wasser tanzen, Wildwasser fahren, gepolt werden und dabei genug Ausrüstung für lange Touren tragen ohne sich in Minimalismus und Enthaltsamkeit üben zu müssen und das auch mit nur ein und demselben Boot auf ein und derselben Tour??? LG Jürgen
die Frage neigt dazu die Missionare oder Fundamentalisten zu kitzeln. Wer begeistert segelt oder Kajak fährt würde mit ähnlicher Leidenschaft eine Argumentation setzen können. Von daher würde ich in knappester Form antworten, ich fühl mich im Canadier am wohlsten und mir gefällt die Vielseitigkeit für meine Lebenssituation. Etwas konkreter bedeutet das...
Gestern Abend: noch schnell nach der Arbeit 20 Minuten auf´s Wasser. Es gibt Momente innerer Zufriedenheit, die durch das Arbeiten an der Paddeltechnik kommen. Es gibt Tage die sind eher geprägt von Konzentration, an anderen will ich einfach nur schwitzen und müde zurück kommen. Andere machen das beim Golfen, Tennis, Joggen.. beim Paddeln geht das auch.
Keiner will mit mir raus, da paddel ich die Tour eben alleine. Manchmal will ich auch allein sein und frag nicht ob jemand mit will. Das geht auch im Winter. Und wenn andere mit wollen kannst du im selben Boot noch 2 Personen mit dabei haben. Oder 2 Erw/2Kinder. Zur Not auch 2 Erw 4 kleinere Kinder. Alternativ 100 kg Gepäck für eine längere Tour. Das Spektrum der Gewässer ist dabei enorm weit.
Wenn ich mit Kajakern zusammen paddel ist mir bewust, dass ich Kompromisse eingehen muss bei bestimmten Gewässern. Die Vielseitigkeit hat seinen Preis. Beim Sitzen muss ich aber keine Kompromisse eingehen. Und deshalb bin ich vom Kajak zurück zum Canadier gekommen. Den ganzen Tag in einer Position knapp über dem Wasser ist nicht an mich gegangen, da bekomme ich Beklemmungen. Im OC kann ich sitzen, knieen, auf den Waden hocken, für kurze Zeit mal stehen...
Danke Norbert, ich sehe das auch so. Das Anfangsstatement Jörgs ist mir viel zu dogmatisch.
Die Frage stellt sich mir nämlich durchaus. Vielleicht ja weil ich nicht hinreichend "eingefleischter" Canadierpaddler bin und mich durchaus auch mal mit Vergnügen in ein Kajak setzte und mit Freude meinem ersten Sebeltörn mit Rolfs neuem Kajütboot entgegensehe. Ich bin davon überzeugt, dass sich hier eine ganze Menge Leute tummeln, denen Paddeln und Wassersport generell wichtig ist. Die meisten werden wohl aus den angeführten Gründen bevorzugt Stechpaddeln, sind aber flexibel genug auch andere Spielarten zu erproben.
die formvollendete erotik eines canoes, insbesondere eines woodcanvas oder eines geowag bootes hat so unglaublich viel medizin in sich, dass manche so bekloppt sind, selbige durch die wildnis zu schleppen, obwohl plastik boote deutlich leichter sind, auch gut schwimmen, und auch nicht schlecht aussehen. --- aber seele steckt da nicht drin, auch nicht im modernen kajak fürs wandern. wers nicht spüren kann - hat da eben pech gehabt - nobody is perfekt mose
obiges ohne gewähr, nw sind mit dem betreuende oc sachverständigen zu besprechen
Servus zusammen, also als Erstes verkörpert der Kanadier auf dem Wasser am ehesten das "Gefühl", "Der Weg ist das Ziel"! In meinen Augen zumindest. Dann wenn ich die wunderbaren Beiträge Kanusegeln anschauen, schließt das Eine das Andere nicht aus. Ein guter Bekannter bertreibt das Ganze mit vollem Herzblut und baut sich die Segelkanus sogar selber. Natürlich etwas optimiert und fährt damit auf der Donau in den gestauten Bereichen. So lässt sich der "lästige" Wind auch mal positiv nutzen. Und ich muß mal wieder öfter aufs Wasser merke ich!
Gruß Hans
Aus am grantigen Orsch kimmt koa lustiga Schoaß
Andreas Schürmann
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Beiträge:
13.11.2011 11:44
#17 RE: Warum Canadier und nicht Kajak oder Segelboot oder ???
Es kann doch Jeder, das Eine zu tun und das Andere nicht zu lassen, ganz wie es gefällt. ... Dann ist es auch noch ein Hobby, da stellt sich doch die Frage nach dem Warum überhaupt nicht.
Ein Aspekt, der bisher nicht genannt wurde, ist das Umfeld. Auch wenn ich recht gern allein fahre, habe ich unter Kanadierfahrern und Kanadierfahrerinnen so viele nette, interessannte und faszinierende Menschen kennen gelernt, dass ich trotz Segel- und Kajakabstechern beim Open-Canoe hängen geblieben bin, was zum großen Teil auch am Forum des Journals liegt.
In diesem Sinne wünsche ich Allen auf dem Wasser und von mir aus auch darin, eine schöne Zeit.
Grüße Andreas
"Wie wir die Welt wahrnehmen, hängt davon ab, wie wir uns in ihr bewegen." F. Schätzing
Kansel
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Beiträge:
13.11.2011 12:21
#18 RE: Warum Canadier und nicht Kajak oder Segelboot oder ???
Ok, da sind jetzt schon ganz viele Eindrücke zusammen gekommen. Ich habe das Gefühl, dass sich das in 2 Gruppen aufteilen läßt.
1: Canadierfahren ist praktisch (Platz, Vielseitigkeit, einfach .... usw.) 2: Eine emotionalere Seite.... Canoevirus?!
Dem gegenüber stehen die Nachteile des Canadierpaddelns. Ist langsamer, nasser, kälter, verm. Paddeltechnik anspruchsvoller usw., was aber offensichtlich die pos. Vorteile nicht aufwiegt.
Sorry, dass ich so komische Fragen stelle, aber ich stehe da noch sehr am Anfang und komme vom Kajak. Das kenn ich halt schon besser.