No verzähl i eich mol dui G'schicht, wia des war, letschdes Wochaende
Der Tag X ist da. Meine erste Tour, die ich für Mitglieder der IG-OC Schweiz ausgeschrieben habe. Mit der Ausschreibung hatte ich mir richtig Mühe gegeben. Alles sollte passen, um mich nicht zu blamieren. Eva und ich sind extra die Strecke am Wochenende zuvor noch einmal abgepaddelt. Hier der Bericht dazu. Von Frühlingssonne weit und breit nichts zu sehen.
Auf meine Anfrage meldete sich Pesche mit einer ganz tollen Idee für eine Übernachtungsmöglichkeit. Bei Michel, mit dem er bereits in Canada war, könnten wir eventuell unterkommen und am Folgetag einen der unzähligen Möglichkeiten im Nachbarland Frankreich paddeln. Herrlich . Ich muß glaube ich nicht erwähnen, daß ich frankophil bin? Auf der Homepage der IG-OC Schweiz hat Pesche eine PDF-Datei veröffentlicht, mit etlichen Paddelmöglichkeiten der Umgebung dort. Auch GPS-Daten und Tracks sind dabei........ wenn ich nur ein taugliches GPS-Gerät hätte So kaufe ich mir konventionelle Karten im Maßstab 1:25.000 zur Vorbereitung und bitte Pesche, doch einfach mein Co-Organisator zu sein und mitzukommen. So der Plan und er nimmt vorerst an. Vorerst.... leider wird er von Arbeit erdrückt und kann letztendlich doch nicht mitkommen
Mittwoch vor der Ausfahrt erreicht mich seine Mail, daß die Conny von Canoe Alsace bei ihm auf den AB gesprochen hat, sie müsse mal wissen was am Wochenende geht und ich ihr mal anrufen sollte. IIIIICH??? Auf französisch womöglich am Telefon? Was sage ich ihr bloß? Damit ihr seht, womit man sich als Tourguide auseinandersetzen muß. Wir sind nämlich inzwischen ein überschaubares Häuflein geblieben. Im Folgenden, wie sich die Situation darstellte:
1. Peter Künzle - paddelt Samstag mit, übernachtet, fährt dann aber nach Hause 2. Thomas Schweizer - paddelt Samstag und Sonntag mit, würde bei diesen Temperaturen aber gerne in der Blockhütte schlafen 3. Christoph Eisenhut - paddelt Samstag mit, Sonntag vielleicht, wer von der Familie mitkommt, ist auch noch nicht sicher 4. Pesche Weber - paddelt Samstag und Sonntag mit, aber nur, wenn das Wetter passt. Übernachtet im Campingbus 5. Stefan und Eva - paddeln Samstag und Sonntag (wenn jemand mitpaddelt). Übernachten im Campingbus
Und wie erkläre ich das jetzt dieser mir unbekannten Conny? Es verlief aber recht entspannt. Pas de Probleme und Conny spricht sehr gut deutsch
Freitag ist klar: ich fahre alleine. Eva an Grippe erkrankt, wie derzeit so viele Samstag komme ich natürlich zu spät am Treffpunkt an. Eigentlich um 10.15 Uhr, 10.30 Uhr war vereinbart, aber schon alle da. Christoph mit Familie und Oli haben bereits am falschen Einstieg abgeladen und sind mit aufbauen beschäftigt. Peter und Thomas sind an der richtigen Stelle.
Kein Problem, Christoph weist einfach seine beiden Jüngsten an, das Kanu über das Wehr zur richtigen Stelle zu paddeln, während er das Auto aussen herum fährt. Kein spektakuläres Wehr, aber so manch Erwachsener hatte dort schon Sorgenfalten auf der Stirn. Die Beiden meistern die Aufgabe bravourös und sind hier bereits bei der Kehrwassereinfahrt
Das war ein kurzes Vergnügen, denn das Boot ist für die Eltern und die "Große". Heute die Große, sonst ist Alina die "Mittlere" So wie jetzt im Boot
Thomas paddelt heute seinen "Next". Ein Boot, mit Lehnensitz und Fußstützen, das sowohl mit Stechpaddel, als auch mit Doppelpaddel gepaddelt werden kann
Szenen beim Tandempaddeln Oli und Milva, die Jüngste der Eisenhut-Bande
Bekommt die Frau Blumen, ist sie gleich wieder besänftigt Hier eine der vielen Autobahnbrücken, die leider für reichlich Radau sorgen. Im Winter mehr wie im Sommer, da jetzt keine schallschluckenden Blätter an den Bäumen sind.
Unser nächster Mitpaddler: Peter. Extra für ihn habe ich diese Tour ausgeschrieben, weil er sich bei mir beschwert hatte, daß ich diese Tour letztes Jahr habe ausfallen lassen (damals noch für den GOC). Sehr gerne habe ich ihm diesen Gefallen getan, darum durfte er auch den Termin wählen.
So, und nun mein Bugmann: Marino. Hier so harmlos mit Blümchen. Furchtbar mit ihm. Kennt keine Kommandos wie "Kehrwasser offside". Schreit nur BAAALLLLL und zerrt mich ins nächste Kehrwasser weil ein Ball im Gestrüpp hängt . Hebelt dazu onside oder offside übergegriffen... ich bin chancenlos. Kein Wunder, sein Heimatrevier vor der Haustüre ist die Aare mit der Brugger Schlucht: Presswasser, Pilze, Querströmungen... das paddelt er solo im Wildwassercanadier so oft er Gelegenheit dazu hat, habe ich mir sagen lassen. Ich bin überzeugt, wenn andernorts Kinder vor dem Laufen lernen das Skifahren lernen, die Eisenhut-Kinder haben beim ersten Schrei nach der Geburt ein Paddel in die Hand bekommen Dabei erklärte mir Marino beim Start noch, daß er nicht so gut paddeln könne, weil seine Hand noch nicht ganz ausgeheilt ist. Er hatte beim Skateboarden drei Finger gebrochen, erklärte mir darauf hin Anna, seine Mutter. Ich möchte gar nicht wissen, wie er Paddelt, wenn alles heile ist
Mal ein anderes Gruppenbild
Der altbekannte Pausenplatz ist erreicht
Oli, das Blumenkind
Picknickdecke für die Familie.....
.... und Peter genießt die neu errichteten Liegen
Ob Milva eines Tages Floristin wird?
Wir paddeln weiter und bald ist das einzige Wehr erreicht
Die Schweizer natürlich wieder mit ihrer Extrawurscht Während wir bisher immer schön umtragen haben, kommt einer auf die Idee, die Boote einfach über die Wehrkrone zu schieben. Widersetzen sich somit einfach den Anweisungen des Guides.....
Auch die Gummiwurst passt durch
Idyllisch geht es weiter....
Bis wir am Baumhindernis ankommen, das ich letzes Wochenende notdürftig beseitigt hatte. Thomas erkennt die wahren Werte des Stechpaddels und packt sein Doppelpaddel zur Seite
Auch Milva und Oli machen eine gute Figur
Respekt! Man beachte Milva's Paddelhaltung. Vor Begeisterung vergesse ich fast, den Auslöser zu drücken
Viel zu schnell ist diese schöne Tour zu Ende
Wir verabschieden Familie Eisenhut, die nur für die Samstagstour Zeit hatte und fahren in's 30km entfernte Sélestat. Das Abenteuer beginnt. Ich war noch nie auf einem der dortigen Bäche und schon gar nicht auf dem empfohlenen Übernachtungsplatz. Prompt rauschen wir mit 100 km/h daran vorbei. Zum Glück hat Michel große Hinweisschilder aufgestellt
Ich komme mir komisch vor. Irgendwie sind mir die Kanu-Verleiher als Feindbild eingebrannt. Wo ich nicht einmal anlanden darf. Nun möchten wir weder Kanus leihen, noch im Restaurant speisen, sondern lediglich den knappen Platz zum Übernachten belegen. Aber für Michel ist das o.k. Hat die Empfehlung von Pesche Tür und Tor geöffnet? Es ist urgemütlich dort und wir installieren uns
Über die Brücke geht es zu einem weiteren Zeltareal und der Landesteg ist luxuriös
Das Restaurand mit eigenem, wunderschönem Logo. Hier ist Conny chef de la cuisine. Ein wahres Urgestein.
Hätten wir nicht schon Anderes vor, würden wir die urige Atmosphäre des Restaurants und den Bullerjan Ofen geniessen
Aber traditionell bekocht uns Peter mit seinem Fondue
Unglaublich, es ist 21.30 Uhr und wir fallen todmüde in die Betten. Oli, ich erzähle auch niemandem, daß du auf dem Stuhl neben mir eingeschlafen bist Aber es ist gut, daß wir früh in's Bett gehen, denn in dieser Nacht wird uns 1 Stunde geklaut.... es ist Uhrumstellung auf Sommerzeit.
Am nächsten Morgen kommt noch Werner zu uns. Unser Glück, denn er hat GPS Um 11.15 Uhr starten wir zur Einstzstelle bei Ostheim am Maison rouge
Die Einsetzstelle ist gut gekennzeichnet
Unser Patron begutachtet das Blockwurfwehr auf Fahrbarkeit. Der Wasserstand passt.
Auch hier eine sehr gut angelegte Einsetzstelle. Wer das Wehr nicht fahren möchte, findet 100m unterhalb eine ebensolche Einsetzstelle.
Werner rockt den RockStar
Nach einer kurzen Spieleinlage in den Wellen geht es ausgelassen weiter
Das Ufer ist meist auf einer Seite niedriger mit Schwemmholzansammlungen.....
.... auf der gegenüber liegenden Seite steil und hoch
Idylle pur kurz vor Illhäusern
Nach Illhäusern gilt es eine schmale Durchfahrt in einen Seitenarm zu treffen, sonst paddeln wir weit an unserer Aussetzstelle vorbei
Woher wir das wissen? Bevor wir am Vorabend allzu müde wurden, sahen Oli und ich in die Karte und notierten im "Hinterstübchen" drei mal rechts abbiegen. Zudem war ja Werner dabei, der ab und an diese komische Haltung annahm um auf das GPS-Gerät zu schauen
Endlich Mittagspause
Die Sonne scheint uns aus allen Knopflöchern
Und wir fotografieren wie wild
Amazonasfeeling mit Hängebrücke
Das Wasser des/der Ill ist wunderbar klar
Bald ist der letzte Abzweig zur Mühle erreicht
Hier könnte man noch aussteigen
Aber wir paddeln tapfer die letzte Schwelle, die laut Philippe (dem "kleinen Chef" der Mühle) nur mit billigen Plastikschüsseln befahren werden sollte
Ende der Tour und fast Ende eines wunderbaren Tages
Den wir bei einem gemütlichen Bier ausklingen lassen
Ach ja, den habe ich auch irgendwie abonniert... mich mögen die Viecher halt
Peter, Thomas, Oli, Werner, Christoph, Anna, Alina, Marino, Milva und Pesche im Hintergrund, danke für dieses schönes Wochenende und danke für die schönen Bilder, die ich hier mit verarbeitet habe.
Bis demnächst.
Stefan
__________________________________________________ Stark und groß durch Spätzle mit Soß'
Herrlicher Bericht, spannend zu lesen, auch als Teilnehmer. Mit meinen Kids hast du recht, bei Leo und Pablo muss ich nicht mehr schauen, die fahren mir bereits um die Ohren. Aber bei den "kleinen" muss ich mich wacker halten, damit sie mir nicht davon paddeln ;-)
Gehe morgen früh auf den Ticino Inferiore üben ;-) Drei Tage Wildnis mit Schlauchboot (Grabner Adventure) und Zug. 4 Personen und hoffentlich nicht schönes Wetter, sonst sind wir nicht alleine...
LG
Christoph
ACA Kanuguide und Tripleader Kanuschule Versam (CH) Tourenleiter
Lieben Dank euch für das Lob. Tut gut und macht Mut
Mir hat es auch saumäßig gut gefallen. Das Wichtigste dabei: was wären die Touren ohne Mitpaddler gewesen? Ich mag es mir gar nicht vorstellen Danke für eure Gesellschaft.
Marc, keine Sorge, daß ich meinen RockStar evtl. verkauft habe. Der lagert gut geschützt. Irgendwann schaffen Werner und ich es schon noch, gleichzeitig mit unseren RockStars eine Tour zu paddeln...... nein Werner, ich nehme ihn nicht mit an die Drôme . Wir folgen deinem Vorschlag dort die Wildwassertauglichkeit des Revelation zu testen
Dir, Christoph viel Spaß auf dem Ticino interfiore.
Grüßle, Stefan
__________________________________________________ Stark und groß durch Spätzle mit Soß'
Selbstverständlich habe ich den Centerbag noch Wird lausig Zeit, daß ich die Auftriebskörper wieder einbaue. Freue mich auf die gemeinsame Zeit dort unten.
__________________________________________________ Stark und groß durch Spätzle mit Soß'