Hallo, habe mal eine Frage zum Ally: Ich habe mir einen 16,5 DR mit Zielrichtung kleine und zum Teil flache Flüsse, mittlere "normale" Flüsse und alle möglichen Seen für zwei große Leute und einen großen Hund zugelegt. Wir paddeln eher Rundkurse über das verlängerte Wochenende als wochenlange Touren über verschiedene Seen. Aber das kann ja noch kommen . Ich konnte es vorher ausprobieren und bin sowohl mit dem Falt-Prinzip als auch mit der Flexibilität im Einsatz und insbesondere mit dem Gewicht prinzipiell zufrieden, obwohl Transport (Busdach) und Aufbewahrung (Grundstück) kein Problem sind. Mit dem Fahrverhalten komme ich - abgesehen von starkem Seitenwind oder zugegeben langsamem Tempo - zurecht. Geradeauslaufen ist ok, Wendigkeit sehr gut. Ich wäre auch bereit, das Boot mit Bug- und Seitenschutz zu "pimpen" und den Aufwand für das Spraydeck zu betreiben. Damit zu meiner Frage: Die Verarbeitung ist m.E. nicht in Ordnung. Die Nähte werfen quer über den Boden verlaufende Falten, die im Wasser und bei Beladung auch nicht verschwinden. Der aktuelle Händler meinte, es wäre normal und der Ally-Vertrieb antwortete auf Nachfrage, dass ein zu großer Zuschnitt besser wäre als ein zu kleiner. Schließlich würde es der Wasserdruck lösen und sich das Gestänge bei Wärme ausdehnen und beides die Bootshaut straffen. Ich frage mich natürlich, wie sich das Gestänge auf dem Wasser erwärmen soll und ob zu groß oder zu klein im Endeffekt nicht einfach ungenau bedeutet. Es ist das zweite Exemplar, beim ersten war es noch ausgeprägter. Dieser Händler hatte mit die Reklamation empfohlen und angenommen. Er sagte, es wäre in letzter Zeit ein häufigeres Problem... Was meint ihr dazu?
Ich kann dir fachlich nichts dazu sagen, nur meine persönliche Meinung: Diese Falten würden mich stören und ich würde es reklamieren.
Ich habe noch nie darauf geachtet, ob und wie stark sich das Gestänge während des Paddelns erwärmt. Da es auf einer schwarzen Matte liegt, kann das durchaus sein. Allerdings hatte ich in meinem Ally noch nie das Gefühl, dass Matte und Gestänge besonders warm werden. Werde ich beim nächsten Ally-Paddeln mal prüfen.
Also die Falte auf dem linken Foto sieht für mich ungewöhnlich aus. Ich habe seit 1994 immer einen Ally gehabt (Voyageur 16 1994, Ally 17,5 2001, Solo 13,7 2010 und den letzten 15,5 er von 2002 bis vorletztes Jahr, und er hat einen sehr würdigen neuen Besitzer, der richtige Touren damit macht). Was will ich damit sagen: es waren durch die Bank die Seemodelle, die beim Aufbau wegen des geraden Stevens wohl etwas einfacher aufzubauen sind. Auch bei meinen Modellen musste ich des öfteren beim Aufbau darauf achten, dass unter dem Bug bzw. Heck auch alles schön glatt gespannt war. Und: ich hatte nie ein Qualitätsproblem! Die Falten an den Seitennähten hatte ich auch, aber schön gleichmäßig jeweils immer nur ein paar Zentimeter Richtung Bootsmitte und sehr flach, sah also so aus, als wenn das so sein musste, und gestört hat es auch nicht. Das hier sieht für mich bedeutend anders aus. Hast Du die Haut auch wirklich an Bug und Heck richtig über die Steven bis ganz nach oben bekommen? Na ja, wir haben hier im Forum ja ein paar Leute, die sich damit um ein Vielfaches besser auskennen als ich. Ich kann Deinen Frust sehr gut verstehen, nur deshalb habe ich mal meinen Senf dazu gegeben und ich wünsche Dir, dass Du einfach noch in Zukunft viel Freude an diesem tollen Gefährt hast. Ich habe auch so meine Aufbau Früste erlebt, auch mal den Aufbau abgebrochen und wieder neu angefangen: den Solo habe ich im Winter neu erstanden wochenlang ! in der Garage nicht zusammen bekommen, da wie bei Dir irgendwie alles zu lang war...und eines Tages...flutsch, passt. Beim 17,5 er, den ich mir in einem Urlaub in Norwegen spontan zugelegt hatte, war es anfangs ähnlich. Er lag vorm Ferienhaus auf der Terrasse (im Schatten!)und der Kielspant war doch nicht zu bändigen. Dann hab ich mir ein Bier geschnappt, doof aus der Wäsche geschaut...und dann sagte meine bessere Hälfte: leg dich zu ihm. Also hab ich mich in das Boot gelegt und diesen Schlangen-Spant Stückchen für Stückchen in die Mittellage und damit fester in die Matte an Bug und Heck gedrückt, bis er recht gerade und mittig lag. Das war es, 2 Stunden später waren wir damit auf unserem See. Also: nicht verzweifeln! LG, Frank
Lieben Dank für eure Meinungen und ja: ich bin etwas frustriert. Es ist ein wunderbares Boot (auch für meine nicht ganz so würdigen sprich ausgedehnten Einsätze😉). Der Aufbau ging für Ally-Verhältnisse leicht, Matte und Bootshaut wurden „genau zentriert“, die Bootshaut bis ganz oben gezogen, auf Winkel und Verspannung geachtet. Es ist nicht der erste Falter und wir haben den Aufbau geduldig mehrfach (mit und ohne Bierunterstützung😁) durchgeführt. Die Meinung der Händler ist aber anscheinend auch unterschiedlich und der Kommentar mit dem sich ausdehnenden Alugestänge hat in meinen Paddlerkreisen eher für ein Grinsen gesorgt. Ich wollte nur mal hören, ob ich einfach Pech hatte und es nochmal mit einem anderen 16.5er probieren soll... LG
Ich bin es nochmal, mir ist gerade aufgefallen, dass du das Boot mit den Spitzen auf den Boden gelegt hast, dann bildeten sich bei meinen Booten mittig auch schon mal Wellen, da sich der Bootskörper mit den Alustangen dann mittig etwas nach innen durchdrückt, mit max. der gleichen Toleranz wie er sich auf dem Wasser bei Wellen oder Bewegungen verhält. Aber ich denke, Du hast den Dampfer ja zur Genüge auf dem Autodach gehabt oder auf Böcken und ich bezweifele, dass diese dicke Welle dann ganz verschwindet resp. dann, wenn er in Wasserlage auf dem Rasen liegt. Jedenfalls stimme ich den anderen zu was die Ausdehnung des Materials anbelangt, etwas ja...aber bei der Welle würde dein Boot auf 17 Fuß wachsen müssen.
Es sind in Wasser und an Land bewegungs- und lagerungsunabhängige Falten, leider. Ich habe es inzwischen reklamiert und werde überlegen, ob ich noch ein anderes probiere. Die Händler packen die Boote nicht aus und können somit natürlich auch nicht kontrollieren. Ansonsten wird es dann wohl doch ein Festrumpf. Nochmal Danke für die Meinungen. LG
Schaut komisch aus im Vergleich zu meinem Ally 15 DR der über zwanzig Jahre regelrecht auf dem Buckel hat. Bei Hitze/ Sommer ist natürlich die Ally Bootshaut flexibler. Grüße Mike
Das sich bei solchen Falten durch Spannung etwas glättet ist völlig unrealistisch. Nur mal so zu Orientierung, je nach Gewebe hat man eine Bruchdehnung von 1,5% Aramid, 4-5% Glas und 10-15% für Polyesterfasern in PVC oder PTFE Planengewebe. Die Bruchlast für Gewebe mit 800g/qm liegt so bei 50-100kN/m.
Anschaulich müsste ich also an ein 1 Meter breites Gewebe 5 - 10Tonnen hängen das es reißt. (Da versteht ich dann auch warum stets das Gestänge den "Geist aufgibt".)
Pro Meter Länge wäre die Bruchdehnung bei Glas verstärkter Plane gerade mal 4mm.(entspr. 4%) Nehme ich im Bootsgestänge mal eine Vorspannung die einer Kraft durch 100kg entspricht an, dann ist das gerade mal 1/50tel der maximalen Bruchlast und da die Dehnung recht linear ist auch nur 1/50tel von 4mm/m Dehnung, also 0,08mm je Meter Länge ...
Wie geschrieben, da glättet sich nichts. Falsch produziert bleibt falsch produziert.
(Materialwerte nach:"European Design Guide for Tensile Surface Structures")
Da das Thema doch von Interesse zu sein scheint, habe ich mal den Vergleich zwischen dem ersten Exemplar (rechts) und dessen Details vs das zweite Exemplar (siehe meinen Eröffnungsbeitrag) angefügt. Die Ansicht mit Hund war vom ersten Boot.
Auf den 2 Fotos ist denke ich genau zu erkennen, dass beim Verschweißen des Bodens und der Seiten Fehler gemacht wurden. Die Naht selbst ist glatt, das Material darunter faltig. Das wird sich niemals glätten.
Ich sehe solche Stellen bei meinen Allys auch, aber bei weitem nicht so ausgeprägt. Ein klein bisschen faltig nur dicht um die Naht herum, keinesfalls über den gesamten Boden. Da wird wohl das Werkzeug neu angesetzt worden sein. Die Stellen finde ich in halbwegs regelmäßigen Abständen.
Würde mich mal interessieren, ob die Produktion mittlerweile ins Billig-Ausland ausgelagert wurde. Ich finde es jedenfalls eine Frechheit, sowas zum alten Preis anzubieten und dann auch noch rumzuzicken, wenn man das reklamiert.
Hab ich. Auf dem Bock und auf dem Wasser. Mit und ohne Beladung. Geglättet haben sich die Falten in der prallen Sonne. Dafür konnte ich dann die Spanten ohne jegliche Kraft mit der Hand auseinandernehmen 😂
Ich hatte gedacht, die Häute werden mit Ultraschallrollschweiß-Maschinen geschweißt, aber auf den Bildern sieht es ja mehr aus wie mit einem Balken. Wobei die "krumpelige" Stelle doppelt geschweißt aussieht.
Weiß jemand genaueres wie die Häute produziert werden.
So oder so, eine Qualitätskontrolle muss in der Preisklasse stattfinden.
Ich habe das Ally vorher 2mal im Haus aufgebaut, beim Raustragen sah ich die Falten und habe es, damit es entspannt liegt, auf den Dachträger gelegt. Hier liegt ganz klar ein Verarbeitungsfehler vor. Die Radien von Boden und den Seitenwänden passen nicht. Sonst könnten keine Falten entstehen. Der Hinweis auf mögliche Wärmeausdehnung des Aluminiums würde bei über 60° max.5mm betragen.
So langsam sollte sich Ally (Bergans) mal Gedanken machen. Die Nische für die Boote wird sehr sehr schmal. Alle, die ein Kanu mit dem Packmaß nicht unbedingt brauchen, bei Faltbooten auch an Kajaks denken oder offen für konkurrierende Hersteller sind, werden sich zunehmend anderweitig orientieren.
Gib den Murks doch zurück und schau dich mal bei Pakboats um. Sind vielleicht einen Tick schwerer, aber dafür sehr gut verarbeitet. Zumindest trifft das auf meine beiden zu: eines von etwa 2010 und eines von 2020. Hab auch immer wieder mal mit nem Ally geliebäugelt (hatte auch schon mal eins), aber auch nie verstehen können, wie man z.B. so stur und kundenunfreundlich an den nicht eloxierten Gestängen festhalten kann.
Habe das Ally reklamiert und der Händler hat über Ally Deutschland eine zweite,optisch geprüfte Haut an mich gesendet. Mit dem gleichen Ergebnis. Beide versicherten, das Bergans wohl auf Kundenwunsch die Haut grundsätzlich überarbeitet (vorher zuviel Spannung) hat. Der Händler erklärte, das die mir gelieferte Ware so normal ist. Im gegenseitigen Einvernehmen wurde das Kanu dann zurückgegeben.