Auf der Altmühl

26.06.2012 09:56
#1 Auf der Altmühl
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Es ist Sonntag der 24. Juli 2012, es ist endlich soweit. Unsere langersehnte erste gemeinsame Flussfahrt mit meiner Tochter auf der Altmühl zwischen Solnhofen und Dollnstein steht bevor.
Wir stehen gegen 09:00 Uhr bei schönem Wetter am Einstieg mit unseren neuen Holzpaddeln bereit und warten auf unseren Zweier-Kanadier.
Wir empfangen das Boot, legen Rettungswesten an, beladen unser Boot, steigen ein und legen O9:25 Uhr ab. Mit diesem Boot bin ich vor einigen Wochen schon einmal die Tour solo gefahren. Ich brauche schon ein paar Minuten um das Boot halbwegs zu meiner Zufriedenheit auf Kurs zu halten. Zum Vergleich, wenn ich Motorrad fahre nach längerer Fahrpause, fühle ich mich sofort daheim. Ein erstes Anzeichen für zu wenig Bootsfahrtechnik. Wäre ja ein Traum, wenn ich auch 25 Jahre Kanadier gefahren wäre.
Ich probiere zuerst den „ Deppenschlag“ aus, danach den J- schlag und noch ein paar Kunststücke. Na ja, ab und zu bin ich recht zufrieden, überlege mir dabei, doch mal einen Paddelkurs zu absolvieren. Wir paddeln durch den Ort Sollnhofen, genießen die Ruhe die ja so gegen 09:30 Uhr, nicht alltäglich ist, ach ja es war ja Sonntag. Nach kurzer Zeit erreichen wir das Wehr „Hefele Mühle“ wo wir umtragen müssen, das ging diesmal flotter mit Kind als mit Bootswagen beim letztem mal. Dort war auch ein kleiner Zeltplatz, wo es zu dieser Zeit erstaunlich ruhig war. Dort war das Wasser zum Paddeln zu seicht, ich benutze das Kunststoffreservepaddel zum ersten Mal dort zum fort bewegen und war froh dieses dabei zu haben.
Nach ein paar Minuten tauchen wir in die Ruhe und Einsamkeit ein, ich weiß der rege Bootsverkehr liegt noch hinter uns oder vor uns. Es begleiten uns sehr viele blaufarbige Libellen die meiner Tochter anfangs etwas Angst bereiten aber ihr später Spaß machen indem sie uns ab und zu als Taxi nutzen. Ich denke diese Tour im Morgengrauen hat bestimmt auch seinen Reiz.1O:O5 Uhr legen wir kurz an einer kleinen Anlegestelle an, wo meine Frau auf uns überraschend wartet.
In Ufernähe sind oft junge Entenfamilien und einmal eine junge Schwanenfamilie zu beobachten, die wir mit nötigem Abstand bestaunen. Ist ja auch eine ganz andere Augenweite als einen alten Kühlschrank zu entdecken wie bei meiner Solofahrt. Als Flaschenfischer war ich diesmal nicht aktiv, obwohl damals eine Flaschenpost auch dabei war. Der Kühlschrank wurde anscheint geborgen.
Wir kommen gut entspannt voran, bis an einem etwas breiteren Flussabschnitt Wind aufkommt den ich so am Körper nicht spürte sondern nur das Boot mir mitteilte indem es etwa acht Meter Richtung jenseitiges Flussufer sich seitlich versetzte. Ich wusste, dass der Wind bei diesem Boot ein Thema ist, aber so, damit habe ich nicht gerechnet. Meine Reisegeschwindigkeit war auf einem Schlag gleich null. Ich versuchte Fahrt aufzunehmen und kam erst gar nicht, später nur sehr mühsam vorwärts, dachte schon ans treideln vom Ufer aus, was aber unmöglich gewesen wäre. Ich tauschte mein Holzpaddel gegen das Reservepaddel aus Kunststoff, um mit mehr Druck Herr dieser Lage zu werden. Nun nahm Ich bei starkem Wind das Reservepaddel. 1O:5O Uhr legten wir bei Altendorf erneut kurz an zu einer kurzen Rast. Ich löste den langen Spanngurt am Bug der als Bootsleine diente, ich sah darin eine Gefahr sich darin zu verfangen. Den Spanngurt am Heck rollte ich etwas besser ein und klemmte ihn fest. Eine „Leine“ ist besser als keine.
Die erste ersehnte Bootsrutsche ( Hammermühle ) kam näher, anfangs durch ein sinnliches Rauschen zu hören, beim stetigen annähern, machte uns das Rauschen immer mehr Respekt. Ich wusste dass der Wind wieder eine Rolle spielen würde, um die Rinne zu treffen. Bei meiner Solofahrt vor ein paar Wochen war der Wind dort für mich das erste mahl ein kleineres Übel vor der Bootsrinne, kam aber mit der Situation klar, indem ich rechtzeitig mehr rechts in einem Bogen die Rinne anfuhr und der Wind den Rest beitrug um das Boot in die Rinne förmlich zu gieren.
Diesmal kam es anders:
Ich fuhr die Rinne genauso an wie damals Solo bei Wind. Diesmal weniger Wind, aber Unmittelbar vor der Rinne kam starker Wind auf. Das Boot versetzte sich wieder, es war für mich zu spät zum steuern, das Boot fuhr neben die Rinne und blieb an der Kannte kurz still stehen. Ich sagte zu meiner Tochter nicht bewegen, wechselte in Ruhe zum Reservepaddel und stieß das Boot kräftig rückwärts ab, hoffte das der Sog nicht das Boot dreht und seitlich an die Kannte drückt und vielleicht zum kentern bringt, uns einklemmt oder uns rückwärts durch die Rinne befördert, was ich dort schon gesehen habe. Durch kräftige Rückwärtspaddelschläge fuhr ich rückwärts, fuhr eine Schleife, der Wind flaute plötzlich ab. Beim zweiten Anlauf traf ich die schmale Rinne mittig und wir fuhren hinab, spürte noch zwei größere Felsblöcke unter dem Boot schürfen und sind schließlich trocken unten angekommen.
Etwas später kam ein Minischwallstück, und schon sitzen wir mitten auf einem Felsblock, das Boot kippt zur Seite, ein komischer überraschender Augenblick. Wir drehen uns. Es gelingt uns mit dem stabileren Paddel herunter zu hebeln. Das Gelände sagt mir, das der Block neu hier ist oder er liegt schon ein paar Millionen Jahre hier. Der Archaeopterix ist ja auch hier in der Nähe geflogen.
Der folgende Flussabschnitt war nicht mehr so einsam, uns kamen in Abständen ein Kanadier und zwei Kajaks entgegen, am Ufer im Schatten war noch ein pausierender Kanadier und ein Wildwasserspielboot mit Kind, das eine Schwimmweste und Helm trug zu sehen. Sie begleiteten uns kurz und zogen langsam an uns vorbei. Wir bewunderten die malerische Landschaft mit ihren Abhängen, hohen mächtigen grünen Hügeln mit wenig Bewuchs, stellenweise Landschaften wie sie an Ausläufern an Mittelgebirgen zu sehen sind.
Die zweite Bootsrutsche ( Hagenacker) war schon in spürbarer Nähe. Diese Rutsche erkundeten wir schon vor einiger Zeit gemeinsam vom Ufer aus. Unmittelbar vor der Flussbiegung die vor der Bootsrutsche ist, lag ein riesiger abgebrochener Baum im Wasser der mich anfangs verleitete unten hindurch zu fahren, entschied mich aber links den sicheren engeren Weg zu nehmen. Danach erblickten wir die zweite Bootsrutsche die meine Tochter schon selig erwartete, deren Rinne diesmal in der Mitte lag .Wir fuhren die Rinne an, musste aber in sicherer Entfernung vorher abdrehen um noch einmal genauer die Rinne anzusteuern. Ich denke dass es auch am Gelände liegt, das Plateauförmig bei den Bootsrutschen ist und deshalb etwas windiger dort ist. Natürlich liegt es auch an meinen Fahrkünsten. Wir fahren hinab, der große Schwall am Ende meint es schlecht mit uns und kühlt uns nicht ab, wir kommen wiedererwarten trocken durch. Die Wechselwäsche wurde nicht benötigt.
Bei den „ Zwölf Aposteln“, das ist eine große Flusskalkformation, waren kurz Stimmen zu hören, später entdecken wir ein Seil am Fels das sich wie von Geisterhand aus einem Karabinerhaken löste und hinab viel. Kletterer sahen wir nicht. Sind sie abgestürzt? Nein, wieder Stimmen, sie hatten sich wohl gerade abgeseilt.
Danach passierten wir ein großes Eigenbaufloß mit Biertischgarnituren und Grill, da hatten mehrere Familien ihren Spaß, Kinder spritzten mit Wasserkanonen, fuhren mit einen Schlauchboot nebenher. Meine Tochter erkannte den „ Mangel an Schwimmwesten“. Sie sagte ab und zu „ Ich schwitze so“ in der Weste, war ja auch sehr warm geworden zur Mittagsstunde.
Dollnstein kam leider immer näher, der Ausstieg war in Aussicht, der Wind meldete sich noch einmal, meine Tochter half mir beim Paddeln kräftig mit, was uns viel Spaß bereitete und meiner Frau vom Ufer aus schöne Momente bescherte. Die Uferwiese und die Ausstiegszone am Land war dieses Mal versperrt und mit Mietbooten übersäht, so konnte ich nur mit Mühe das Boot aus dem Wasser bergen und einen Liegeplatz finden.
So ging eine wunderschöne dreieinhalbstündige lehrreiche Tour zu Ende. Das nächste Mal mit der ganzen Familie ist schon geplant. Dieses Mal musste ja unsere Mama auf uns bei den Bootsrutschen aufpassen.

Gruß Mike


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26.06.2012 18:42
avatar  ceerge
#2 RE: Auf der Altmühl
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Danke für den netten Bericht.

Gruß. Ceerge


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28.06.2012 15:10
avatar  Angler_Joe ( gelöscht )
#3 RE: Auf der Altmühl
An
Angler_Joe ( gelöscht )

Schön geschrieben! Wie würdest du den Schwierigkeitsgrad allgemein einstufen für diese Strecke?
So wie du schreibst, würde sich ein Ausflug dorthin wirklich lohnen!


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29.06.2012 08:51
#4 RE: Auf der Altmühl
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Das Bootwandern im Altmühltal ist Anfängertauglich, die Fließgeschwindigkeit ist gegen null, man kann auch mühelos Flussaufwärts paddeln. Als Anfänger kann man für ein paar Stunden oder wer es mag auch mehrere Tage unterwegs sein. Bootsrastplätze mit Zeltmöglichkeiten gibt es genug.
Die Bootsrutschen sind mit dem Hinweis „für geübte Paddler“ und mit „Spritzdecke“ ausgewiesen. Eine Erkundung vor den Bootsrinnenabfahren ist für Anfänger sinnvoll, besonders wenn Kinder mit an Bord sind. Ein Ausstiegsplatz bietet sich dort an, auch um sein Gepäck wenn es nicht wasserdicht verpackt sein sollte herunter zu bringen. Der Schwall am Ende der Fahrrinne ist nicht zu unterschätzen. Bei meiner ersten Abfahrt am Wehr „Hammermühle“ musste ich meine Wechselkleidung anlegen und mein Kanadier auf einer Untiefe umdrehen um die Wassermassen loszuwerden.
Unterhalb der Fahrrinne ist ein Aus /Einstieg der oft zu spitz angesteuert wird und dort das Boot zum kentern bringt. Bietet sich aber gut an, um die Einfahrt und Ausfahrt in ein Kehrwasser zu üben. Die richtige Trimmung ist auch dort sehr wichtig.
Grüße Mike


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02.07.2012 08:57
#5 RE: Auf der Altmühl
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02.07.2012 12:08 (zuletzt bearbeitet: 03.07.2012 10:42)
avatar  AxeI
#6 RE: Auf der Altmühl
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Zitat
...die Fließgeschwindigkeit ist gegen null,...


Sag mal, hälst Du es für möglich die Strecke auch "bergauf" ab - sagen wir - Dietfurt zu paddeln? Ich stelle mir das nett vor: man paddelt und stakt eben so weit man will aufwärts, übernachtet an den üblichen Raststellen und paddelt, wenn Zeit und/oder Lust ausgehen, zurück zum Auto.

Vielen Dank für Bericht und Bilder.

Axel

P A D D E L B L O G Sicherheitstreffen im September
There's more means to move a canoe than paddles


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02.07.2012 12:30
#7 RE: Auf der Altmühl
Fe

Zitat von AxeI im Beitrag #6

Zitat
...die Fließgeschwindigkeit ist gegen null,...

Sag mal, hälst Du es für möglich die Strecke auch "bergauf" ab - sagen wir - Dietfurt zu paddeln? Ich stelle mir das nett vor: man paddelt und stakt eben so weit man will aufwärts, übernachtet an den üblichen Raststellen und paddelt, wenn Zeit und/oder Lust ausgehen, zurück zum Auto.



Möglich ist es auf jeden Fall, zumindest solange kein Hochwasser ist. Ich bin auch schon einige Flussabschnitte - frühmorgens als alle Mitreisenden noch schlummerten - flussauf und dann wieder zurück gepaddelt. Die Frage ist, wie viel Spaß man halt daran hat, denn so ganz null ist die Strömung doch nicht immer. Inweit staken auf den Altmühl eine Option ist? Keine Ahnung, weil ich mich da überhaupt nicht auskenne. Es gibt hin und wieder ein paar flache Abschnitte, wo es vielleicht ganz gut geht. Es gibt aber auch viele Abschnitte, die mir dafür zu tief erscheinen


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02.07.2012 14:44
avatar  sputnik
#8 RE: Auf der Altmühl
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Hallo Axel,

ich bin im Sept. 97 schon verschiedenen Abschnitte mit meinem Holzkanu aufwärts gepaddelt. Wie "Feuchtsocke" jedoch
schreibt, gibt es mitunter schon kräftiger ströhmende Stellen mit sehr wenig Wassertiefe. Wir mussten damals sehr
kämpfen und wenn es zu lange dauerte, diese "Hindernisse" zu überwinden, haben wir das Kanu einfach aus der
Fahrrinne auf einen Büschel Wasserpflanzen gesetzt.
Dieses Manöver war auch notwendig, wenn wieder eine Anzahl Kanuten flußabwärts kam. Von der Vorfahrtsregel wie
beim Autofahren "Bergauf hat Vorfahrt" wollte keiner was wissen.
Des Weiteren erinnere ich mich noch sehr genau, daß es kalte Herbstage waren, wir jedoch erhitzt in T-Shirts
paddelten während die flußabwärts Fahrenden in Winterjacken im Boot saßen.

Gruß, Stefan

Stark und groß durch Spätzle mit Soß'


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02.07.2012 15:15 (zuletzt bearbeitet: 03.07.2012 10:41)
avatar  AxeI
#9 RE: Auf der Altmühl
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So eine "Vorfahrtsregel" sollte man beinahe in einem anderen Thread diskutieren. Ich meine, dass flussabfahrende Boote Vorfahrt haben sollten denn die können nicht bremsen.

"kräftiger ströhmende Stellen mit sehr wenig Wassertiefe" klingt gut. Die Altmühl rückt auf meiner ToDo-Liste ein Stück höher...

Axel

P A D D E L B L O G Sicherheitstreffen im September
There's more means to move a canoe than paddles


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02.07.2012 20:21
#10 RE: Auf der Altmühl
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Der Flussabschnitt von Pappenheim über Solnhofen bis Dollnstein kann mühelos aufwärts gepaddelt werden, Staken ist an wenigen Stellen auch empfehlenswert, weil es für ein Paddel zu flach ist. Wie es genau ab Dietfurt ist, kann ich nicht 100% sagen.
Nähe Dietfurt liegt Töging, von dort aus sind die „bushpaddler“ schon gepaddelt.
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Zitat: *bushpaddler*
Töging -> Beilngries ->Töging
Streckenlänge ca 9 Km, wegen der nur leichten Strömung gut geeignet um die Strecke auf- und abwärts zu fahren. Das spart langes Umsetzen und schont die Umwelt :-). Der Wasserstand sollte dazu nicht all zu niedrig sein, da weite Stecken sonst sehr flach und schlecht zu paddeln sind. In diesem Fall lag der Pegel bei ca 60cm und war damit optimal.
Die Befahrung dieser Strecke von oben nach unten wird meistens im Rahmen der Tagesetappe Kratzmühle -> Töging vorgenommen (ca. 25 km).
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Grüße Mike


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17.07.2012 15:00
#11 RE: Auf der Altmühl
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Aus der Versenkung aufgetauchtes einziges Foto von meiner Solotour auf der Altmühl vor den „zwölf Aposteln“.
Der Bootswagen und die Tonne dienten unter anderen als Ballast für die Trimmung.
Der Bootswagen ist mittels eines „Verzweiflungsknotens“ gesichert, mangels vernünftiger Leine.


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17.07.2012 17:23
avatar  Costa ( gelöscht )
#12 RE: Auf der Altmühl
Co
Costa ( gelöscht )

Hallo,

toller Bericht :-) und das Wetter sieht auf den Fotos auch richtig gut aus.


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18.06.2013 13:56 (zuletzt bearbeitet: 18.06.2013 15:01)
#13 RE: Hoher Pegel
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Mit Baumhindernissen ist nicht zu spaßen. Auf Erkundungsfahrt ohne Boot am Freitag an der Altmühl entlang, Zwischenstopp am Wehr Hagenacker, dort berichtete mir eine nette ältere Dame, dass sie an / vor einem Baumhindernis mit ihrem Tandem-Canadier (Bell) gekentert sei. Das kuriose ist, das es vor der Einbiegung zur Bootsrutsche Hagenacker geschehen sein soll, wo ich damals auch vor einem riesigen Baum ausweichen musste. Sie hatte das Baumhindernis zu spät gesehen. Platz soll aber noch etwas gewesen sein. Der Pegel war aber auch bei 269 cm (in Eichstädt gemessen), …bei meiner Fahrt damals war der Pegel niedrig, die Strömung so gegen Null und meine Bootsbeherrschung auch so gegen Null.
Die Strömung der Altmühl am Freitag würde ich für optimal bezeichnen, aber wirklich nur für geübte, für die eine Seilfähre auch kein Fremdwort mehr ist. Der Ausstieg bei diesem Pegel vor dem Wehr ist für ungeübte auch riskant, weil die Strömung schon zum Wehr hinab heftig gezogen hat. Und die bevorstehenden Gefahren erkennt man auf dem Foto.
Das ältere dritte Foto zeigt das Wehr bei Normalen Pegel und das aktuelle Foto vom Freitag zeigt den Höheren Pegel. An den Stufen am rechten Bildrand ist der Pegelunterschied schön zu erkennen. Die überflüssige Fahrrinne bei diesem Pege,l ist links neben dem angestauten Treibholz.
Ob das Wehr fahrbar gewesen wäre?

Vielleicht kann jemand mal mit der Info was anfangen….


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19.06.2013 00:27
#14 RE: Hoher Pegel
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hallo donaumike =)

ich dachte mir letzten sonntag bei diesem wetter muss ich einfach raus.
Da diese Tagestour spontan war musste ein Fluss in der näheren umgebung herhalten, dass war natürlich die altmühl =)

sind in Dietfurt rein und waren nach knapp drei stunden in solnhofen war echt super wahnsinns ströhmung für die altmühl allerdings haben an manchen stellen die bäume und büsche gestört da diese bei normalpegel schon knapp über dem wasser hängen und jetzt bis ins wasser =) da muss man schon manchmal ein "schlupfloch" finden


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19.06.2013 10:48
#15 RE: Hoher Pegel
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Hallo donaumike,

deine Fotos sehen echt super aus und der Bericht ist auch echt gut geschrieben. Da krieg ich direkt Lust auch mal die Altmühl auszuprobieren. Aber leider fehlt mir momentan die Zeit. :(


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21.06.2013 08:38
#16 RE: Hoher Pegel
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@ Jaegle90
Da hast du ja richtig Glück gehabt nicht weitergefahren zu sein, wenn Du am 16.06.2013 auf Tour gewesen bist.

Am Freitag den 14.06.2013 war ich wie oben beschrieben vor Ort.

Am 15.06.2013 gab eine Vermietstation, dies bekannt:

Zitat:
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
„Hochwasserlage Altmühl - 15.06.2013
Aus Sicherheitsgründen bleiben unsere Vermietstationen vorerst bis zum 18.06.2013 geschlossen. Erst ab ca. Meldestufe 1 öffnen wir wieder unseren Verleih für Sie.
Über den Hochwasserstand in Eichstätt und Treuchtlingen können Sie sich auch hier informieren: www.hnd.bayern.de


Nun noch einige Tipps für Selbstfahrer:
Die Durchfahrt in Pappenheim am Wehr ist mit Kanadiern unmöglich.
Die Querströmung bringt Sie unweigerlich zum Kentern.
Hier müßte vom Ausstieg Wehr bis zum Einstieg am BHF umtragen werden (ca. 2km). Von einem Startpunkt vor Bhf Pappenheim ist abzuraten.
Der Zeltplatz Hammermühle steht unter Wasser. Hier keine Zeltmöglichkeit.
Achtung!! Am Wehr Hagenacker blockiert ein Baumstamm die halbe Flussbreite.
Vom Befahren des Wehres ist abzuraten.
Nach allen Wehren gilt: Starke Kehrwasserströmung
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Die Informationen sind nicht nur als Service für die wichtig die auf Leihboote angewiesen sind, sondern auch für die, die einen eigenen Canadier besitzen, sehr brauchbar. Es lohnt sich manchmal auch dort wichtige Sicherheitsinfos zu sammeln, für eine geplante Tour.

Gruß, Mike


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21.06.2013 10:55
avatar  sputnik
#17 RE: Hoher Pegel
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Hallo Mike,

es ist löblich, daß dieser Kanuvermieter so detaillierte Informationen weitergibt. Allein die Aussage, daß er
bei diesem Pegel keine Kanus vermietet, hätte nicht ausgereicht. Es kommt auf das individuelle Können an
und ich erinnere mich immer gerne an meine erste Tour, zu der ich mich hier im Forum verabredet hatte. Es war
ein sehr schöner Paddeltag auf der oberen Donau bei 2m Pegel. Der örtliche Vermieter gibt ab 1,40m kein Boot mehr
aus. Ich war glücklich, daß mich ein erfahrerner Paddler unter seine Fittiche nahm, bzw. ich mich in sein Boot
setzen durfte. Alleine hätte ich es auch nicht gewagt. Guckst du Gemeinsames Solo-Paddeln (4)

Gruß, Stefan
__________________________________________________
Stark und groß durch Spätzle mit Soß'

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03.07.2013 22:54
#18 RE: Hoher Pegel
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ich muss sagen die durchfahrt in pappenheim war nicht ganz ohne aber machbar allerdings ist eine gruppe vor uns gestartet mit 5 kanadiern die wie ich in solnhofen erfahren habe alle gekentert sind


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03.12.2013 07:12 (zuletzt bearbeitet: 05.12.2013 09:37)
#19 RE: Auf der Altmühl
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edit Neu zum Nachtrag: Zwei Kurzfilme unserer ersten Wehrabfahrt von der Anfangs von mir beschriebenen Tour mit meiner Tochter.

Bootsrutsche am Wehr Hammermühle (gelungene Abfahrt)

„Beim zweiten Anlauf traf ich die schmale Rinne mittig und wir fuhren hinab, spürte noch zwei größere Felsblöcke unter dem Boot schürfen und sind schließlich trocken unten angekommen.“

Hier der Kurzfilm dazu:

http://youtu.be/JBcbD0rLXrI


Bootsrutsche am Wehr Hammermühle ( fehlgeschlagener erster Anfahrtsversuch)

Textausschnitt von Tourenbericht „Auf der Altmühl“

„Ich fuhr die Rinne genauso an wie damals Solo bei Wind. Diesmal weniger Wind, aber Unmittelbar vor der Rinne kam starker Wind auf. Das Boot versetzte sich wieder, es war für mich zu spät zum steuern, das Boot fuhr neben die Rinne und blieb an der Kannte kurz still stehen. Ich sagte zu meiner Tochter nicht bewegen, wechselte in Ruhe zum Reservepaddel und stieß das Boot kräftig rückwärts ab, hoffte das der Sog nicht das Boot dreht und seitlich an die Kannte drückt und vielleicht zum kentern bringt, uns einklemmt oder uns rückwärts durch die Rinne befördert, was ich dort schon gesehen habe. Durch kräftige Rückwärtspaddelschläge fuhr ich rückwärts, fuhr eine Schleife, der Wind flaute plötzlich ab.“

Hier der Kurzfilm dazu:

http://youtu.be/jFZDu-J0ypQ

Anmerkung:

Ich sitze bei dieser Tour / Wehrabfahrten, das dritte Mal in einem Canadier, Die Bootsrinnen sind nicht optimal bei der Anfahrt vom Boot aus zu erkennen. Am Wehr Hammermühle, kann man schön den Störfaktor Wind gut erkennen…..


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05.12.2013 09:28
#20 RE: Auf der Altmühl
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Bootsrutsche am Wehr Hagenacker (gelungene Abfahrt / davor mussten wir auch eine Anfahrt abbrechen, steht auch im Tourenbericht)

Textausschnitt von Tourenbericht „Auf der Altmühl“

„Wir fahren hinab, der große Schwall am Ende meint es schlecht mit uns und kühlt uns nicht ab, wir kommen wiedererwarten trocken durch.“

Hier der Kurzfilm dazu:


http://youtu.be/sCHz7LH6kFY

Anmerkung:


Wenn ich an den Kurzfilm von Biki, von der Wehrabfahrt am Wehr Hagenacker von der vergangenen spätherbstlichen Paddeltour denke, ist erfreulicherweise etwas mehr Routine zu erkennen.


Viele Grüße, Mike


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05.12.2013 10:45
#21 RE: Auf der Altmühl
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Lieber Paddler, ....da ist eine Menge Luft nach oben!
Ein einfacher Ziehschlag, eine vernünftige Paddelstütze, ... dann kann von gelungener Abfahrt die Rede sein.
Festhalten am Süllrand geht gar nicht!
Nix passiert, dh komm doch zum ...treffen, zur ..ausfahrt, zum ..kurs.
Und: Sei herzlich eingeladen, zum AOC-Treffen am Faakersee Ende Mai.

Bis irgendwann, am Wasser, W


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31.07.2014 09:48
#22 RE: Auf der Altmühl
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Nach zwei Sonnenumrundungen mit Muttererde und nach zwei Sonnenuntergängen sind wir wieder am selbigen Ort unter der Ortsbrücke von Solnhofen angekommen, wo unsere Tour damals auch begann, diesmal mit der Mannschaft die uns auch auf der Werra begleitete. Zuvor sind wir mit dem Auto zum Bahnhof von Solnhofen gefahren und mit dem Zug der zu jeder vollen Stunde plus drei Minuten fährt, nach Dollnstein gefahren und vom Bahnhof aus knapp fünf Gehminuten zum Rummelplatz der Verleiher und der Touristen unter der Ortsbrücke an die Altmühl untergetaucht.

Glücklicherweise konnten wir in diesem Hexenkessel unsere zwei Canadier sofort empfangen, eine Einweisung in Ausrüstung und Tour-geschichten konnten wir uns verständlicherweise sparen. Vor zwei Jahren vereinbarten wir einen Sondertermin für den Bootsempfang, eine Stunde früher, für 0900 Uhr, was natürlich den Trubel-faktor vor und während der gesamten Tour merklich herabsetzt hatte.

Kurios, das wir wahrscheinlich wie damals an der Werra zwei Augh 3 empfingen, ein überschweres robustes Klotz am Bein, die Boote sollten laut Hersteller 40 Kg wiegen, sie wogen nahezu das doppelte, diese Schätzung beruht nicht nur auf meinen Mist. Dieser Umstand zwang mich, unser Boot nach etwa 30 Metern schleppen doch noch gefechtsmäßig kurz vor dem gedachten Einstieg im Fluss einzusetzen. Die Gepäcktonnen sind jedenfalls etwas leichter geworden und die Boote um vieles unhandlicher.

Was mich sehr neugierig machte: Wie werde ich mit diesem Boot während dem Fremdgehen auf dem Wasser zurechtkommen?
Auf diese Antwort musste ich nicht lange warten, der Eisbrecher machte all das was ich von ihm verlangte, der Umstand dass kaum Strömung herrschte, begünstigte das Ganze. Nach dieser Kurzkür paddelte ich zum Einstieg und nahm meine Tochter im anfangsstabilen Boot auf. Nach kurzen Augenblicken gesellte sich unser zweites Boot zu uns, was zuvor den offiziellen harten stufigen Einstieg wählte, der sicher nicht so materialschonend war. Nach kurzer intensiver nicht gleich teamfähiger Eingewöhnung kamen sie dann doch ganz gut zurecht.

Nach etwa 15 Paddelminuten empfing uns das erste Wehr „Solnhofner Mühle“, vorm Ausstieg übte eine Kajakbesatzung mit Wildwasserausrüstung das Rollen, trotz der Enge konnte ich gut anlanden, bei dem anschließenden Wuchten des Bootes über Treppen auf und ab kam mir glücklicherweise jemand zur Hilfe, vielen Dank. Das Wehr glich einem Zeltdörfchen mit Stadttrubel, versteckt im Wasser am Ufer waren zwei Bierkästen zu entdecken, ein leichtes auf Bierhamster zu gehen, aber so nötig hatten wir es doch nicht. Sofort fällt mir wieder an dieser Stelle nach dem Wehr der niedrige Wasserstand auf, ein Treideln war nicht nötig, der Pegel betrug in Eichstädt etwa 124 cm.

Wir glitten dahin, genossen die Stille wo sie noch ist, wenn sie gestört wurde, lehnten wir uns am schattigen Ufer an, warteten ab. In unseren großen Booten ist eine geschmeidige Brotzeit kein Problem, einige verdurstende und Kohldampfschürende Vorbeifahrer schauten neidisch auf unseren Proviant. Wenige junge Entenfamilien, dafür eine Vielzahl von Libellen und blauen Schmetterlingen waren zu beobachten.

Einmal versuchte ich es mit einem Canadier aufzunehmen der von vier Personen angerieben wurde, ein mühsameres überholen gelang, nur dies wollte ich wissen, meine Tochter ließ mich wie so oft bei der Paddelarbeit in Stich, wenn sie einen kleinen Beitrag leistete, war er dennoch zu spüren und dafür war ich immer dankbar. Einmal kurz vor einem Baumhindernis nahm sie frei heraus ihr Paddel und setzte es nur so weit ein wie es nötig war um dem Baumhindernis noch sicherer auszuweichen.

Wir passierten Eßlingen und Altendorf, die Bootsrutschte am Wehr Hammermühle, an dem gut besuchten Rastplatz steht bevor. Die meisten Boote legten an, wir steuerten die Abbruchkante an. Die Bootsrinne ist mehr rechts, etwas näher kommend dort zu erahnen, für Anfänger oder Unwissende kein leichtes klar zu erkennen. An der Abfahrtsrinne punktgenau angelangt, die weniger Wasser Führte wie bei vorherigen Abfahrten, geht es hinab. Zweimal rumpeln am Anfang und kein oder kaum rumpeln am Ende, dieses ist immer wieder anders zu erfahren. Der Schwall am Ausgang reichte für uns nicht aus um richtig nass zu werden, in der Bilge war dennoch einiges am Wasser, das wir später über Bord mittels Schwamm beförderten. Unser Begleitboot hatte wesentlich mehr Wasser abbekommen. Nach dem Lenzen ging es weiter zur nächsten Etappe.
Einige Untiefen und größere Steinbrocken begleiteten diesem Abschnitt, ein Canadier mit drei Personen lief auf einen Stein auf, vielleicht dieser, wo ich vor zwei Jahren mit meiner Tochter auch aufgelaufen bin, sie mussten ihr Boot verlassen um es wieder flott zu bekommen.

Eine Vielzahl von Schlauchbooten trieben auf dem Wasser, man konnte genau erkennen das sie mit dem Wind zu kämpfen hatten, trotz genügender wohl auch unkoordinierter Paddel im Wasser, ein träges vorbeipaddeln mit einem Paddel war kein Problem. Wieder eine eigene Erfahrung, für ein „Für“, für einen Canadier.
Das Wehr Hagenacker kündigt sich mit seiner Beschilderung an, das Wort „Lebensgefahr“ lässt meine Tochter in eine nicht schöne Stimmung verfallen, ich war schon am Anlegen, lies dennoch davon ab und fuhren rasch die Rinne punktgenau an, meine Tochter hatte sich wieder beruhigt und lächelte gespannt, während der Abfahrt war die Freude wieder groß, alles vergessen.

Eine andere vollbeladene Bootsbesatzung triftete vor der Abfahrtsrinne vor unserer Abfahrt ab, später bei ihren zweiten Anlauf fuhren sie halb über die Rinne und klebten schief fest, nach einigen Minuten stieg einer abenteuerlich aus und hebelte das Boot mittig in die Rinne, er hätte leicht eingeklemmt werden können, es ging aber noch gut, die Abfahrt gelang schließlich, wir schauten dem Szenario von unten vom Boot aus während dem Lenzen zu.

Wir paddeln weiter auf unserer Schlussetappe wo wir wie vor zwei Jahren ein Floss mit Biertischgarnituren überholten, die Kinder hatten ihren Spaß, hüpften ins Wasser und genossen das Nass. Nach etwa einhundert Metern schwimmt ein etwa zehnjähriger Junge herrenlos im Wasser, er meinte es ist alles okay, das Schlauchboot was ihn ins Wasser entledigt hatte, schwamm auch etwa einhundert Meter voraus. Wir dachten laut, was ist wenn er plötzlich Hilfe braucht? Die Aufsichtspflicht auf dem Floss war sicher überfordert, die Kinder im Schlauchboot; Wissen nicht was sie tun..

Am Ziel angelangt, wuchten wir die Boote aus dem Wasser und auf dem Anhänger vom Verleiher. Wir liefen etwa zehn Minuten zum parkenden Auto am Bahnhof zurück und verstauten unsere Ausrüstung, ich und meine Tochter hatten diesmal unser eigenes Paddel und Weste mit dabei. Anschließend versorgten wir uns nahe vom Bahnhof mit Limonade, Kaffee und Kuchen. Während unserer Rückfahrt machten wir noch einen kleinen Abstecher zum Dohlenfelsen in Konstein im Urdonautal und beobachteten ein paar Kletterer, die sich am Fels versuchten.

Fazit:
Fremdgehen zu ungünstiger Zeit auf zwölf Kilometern ist auch mal eine Erfahrung wert. Hauptsache Paddeln, wo, wie, wann und mit was war uns egal, schöne Stunden.

Grüße, Mike


„Offenes Kanu im grenzenlosen Kielwasser, Ballast und der Rest ist für andere“


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31.07.2014 10:31
#23 RE: Auf der Altmühl
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