Aufkanten im Tandem beim Solopaddeln - am Beispiel Prosoector 16

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18.08.2011 19:28 (zuletzt bearbeitet: 18.08.2011 19:35)
#1 Aufkanten im Tandem beim Solopaddeln - am Beispiel Prosoector 16
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Solospielchen am Abend: Greg testet den Prospector 16.

Was auffällt:

Bei wenig Zuladung kommt der Bug bereits mit minimalem Aufkanten aus dem Wasser, das Heck folgt bald, bei starkem Aufkanten sogar die gesamte Kiellinie.
Natürlich ist das zum Style-Paddeln ein Spaß. Eigentlich muß die ganze Höhe der Seitenwand nicht annähernd ausgenutzt werden denn: das Kanu dreht schon bei Kantung bis zur Seitenlinie extrem leicht, außerdem entsteht bei strakem Aufkanten bei schneller Fahrt eine leicht spritzige Welle am Bug ( oder sollte ich sagen "an der Wange") und die Tiefe der Form bringt das Tragjoch nahe an die Ellbogen.
Die Form der benetzten Fläche ändert sich dabei dramatisch: sie wird sehr verkürzt, wird zur asymmetrischen Tropfenform. Extrem verzerrt sich diese, wenn nicht aus der Mitte gepaddelt wird.
Das Kanu verkehrt vom Vordersitz aus zu paddeln ist offensichtlich ohne Zuladung völlig unsinnig.

Wie sieht das beim der Tagestour, oder einer langen Ausfahrt aus?

Wir sind uns einig: wenig Aufkanten genügt, aber es sollte unbedingt aus der Mitte gepaddelt werden, um sich nicht die Bugschläge zu verderben. Zuladung verträgt die Form für Solopaddler fast unbegrenzt, auch wenn dieser Prospector von David Yost weniger als Lastesel, sondern etwas schlanker, deutlich flotter und viel agiler gebaut wurde.

Mich interessiert Eure Erfahrung bei Tandem Solo Paddeln:
Wie wirken sich Kielsprung, Breite, Höhe, feine Linien,.. in der Praxis aus?
Was passiert beim Aufkanten mit der Wasserlinie, Bootsbreite, Länge, Windanfälligkeit... im Detail?
Wie bewegt Ihr Euer Tandem Solo?
Warum lassen sich einige Risse so prima fahren, andere mehr als arm?

In den folgenden Tagen fuhr Greg von Keewaydin, Winisk und Co. - .. also Kanus mit längerer Wasserlinie Solo,
aber das ist eine andere Geschichte.

Viel Spaß allein im Kanu, Wolfgang

Ps, Ein kleines Video zum Pro 16 folgt in den kommenden Tagen.

18.08.2011 22:25
#2 RE: Aufkanten im Tandem beim Solopaddeln - am Beispiel Prosoector 16
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Servus zusammen,

ich paddle ab und zu meinen 525 aus K.... auch alleine auf der hinteren Bank, er hebt sich recht stark raus beim aufkanten, paddelt sich dann aber sehr schnell, lässt sich dann auch gut aus den Kehrwassern der Buhnen heraus entgegen der starken Strömung ins nächste Kehrwasser raufhanteln.
Bei Wind hat man allerdings Pause, wurden bei uns im Donaudurchbruch schon einige bei extremen Böen wie sie hier oft unvermittelt auftauchen aus dem Boot gepustet.
Muß mir aber aufgrund des Gewichtes bald mal nach was Leichterem umschauen, Mutti schimpft schon wegen dem Kreuz und die Kinder paddeln selber....dann wird allein auch leichter.

LG Hans

Aus am grantigen Orsch kimmt koa lustiga Schoaß


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19.08.2011 00:01
avatar  lej ( gelöscht )
#3 RE: Aufkanten im Tandem beim Solopaddeln - am Beispiel Prosoector 16
le
lej ( gelöscht )

Moin Wolfgang
Ich würde die schönen Werbebilder gerne mal mit ordentlich Zuladung sehen, so kann ich damit nicht viel anfangen. Sicher kann man mit dem Prospector mehr oder weniger gut Kringeln, mich und bestimmt auch einige mehr würde das Verhalten im Wanderpaddlergebrauch mehr interessieren.
LG Jürgen


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19.08.2011 08:03
avatar  Andreas Schürmann ( gelöscht )
#4 RE: Aufkanten im Tandem beim Solopaddeln - am Beispiel Prosoector 16
An
Andreas Schürmann ( gelöscht )

>>> Was passiert beim Aufkanten mit der Wasserlinie, Bootsbreite, Länge, Windanfälligkeit... im Detail?
>>> Wie bewegt Ihr Euer Tandem Solo?
Ich bewege unsere Novacraft Prospector RX 17ner aufgekantet (aber nicht so extrem). Obwohl ich es mir vom Boot her betrachtet nie vorstellen konnte, läuft er gekantet besser. Nach meinem Geschmack hat das mehr mit der Kinematik des Paddelns, als mit dem Boot zu tun.
Mit 92cm Breite lässt er sich auch gerade fahren, aber das hält ziemlich auf's "Getriebe".

Die Windanfälligkeit ändert sich nicht besonders. Ohne Trimmgewicht, kann ich das Boot hier in der Regel sowieso nicht fahren.

Ich hadere immer noch mit der Sitzkonstruktion. Ohne geht für mich gar nicht, auf Sitzkissen schwitze ich sehr und so ein Brettchen hab ich mir noch nicht gebaut.

Gruß
Andreas

"Wie wir die Welt wahrnehmen, hängt davon ab, wie wir uns in ihr bewegen." F. Schätzing


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19.08.2011 09:39
#5 RE: Aufkanten im Tandem beim Solopaddeln - am Beispiel Prosoector 16
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Hello!
Prospector auf Tour, im Solobetrieb.
Wenn ich WInd von der Seite bekomme
fahre ich ihn aufgekantet.
Gepäck so umschlichten, dass das Boot
ganz von alleine auf der Kante fährt.

ahch ja, ich kante weg vom Wind, nur
die Kopfbedeckung sollte fest sitzen,
die schaut üblichweise über den
hohen Süllrand darüber.

ist entspannend und fährt sich vor allem
extrem leicht, zu sonstigen Windgeschichten.

sitzposition: knieend, die Oberschenkel
meist unter dem Tragejoch.
Knie ganz aneinander und aucf den Fersen
kauernd, ist nach etwas Übung auch entspannt möglich :)
Robert

Robert
aka oldmaster


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19.08.2011 10:44
#6 RE: Aufkanten im Tandem beim Solopaddeln - am Beispiel Prosoector 16
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Hallo Hans,
Wind ist ein Haupthema, bei der Solo-Verwendung von Tandems. Hoch gebaute Kanus ( recurved Ends ) haben da gewiß Nachteile. Bei 525 Länge ist sicher die Wasserlinie gut für flotte Fahrt. Seit ich im letzten Winter wegen einem Bandscheibenproblem zwei Wochen im Krankenhaus war, ist wenig Gewicht auch für mich wichtig.

Hallo Jürgen,
wenn ich Zeit finde, werde ich Werbebilder anfertigen, dann mit rotem Kanu im Holztrim, passend gekleidetem Paddler, D-Pack und nicht mit der billigen Schnipp-Schnapp-Kamera fotografiert und gezeigt im kommerziellen Teil.

Ich weiß, daß nicht jeder gerne kringelt, aber schließlich gehört jeder zu einer Minderheit und : auch Kringler reisen - und umgekehrt. Wie stark sich die Unterwasserform beim Aufkanten eines Kanus ändert und wie sich das auswirkt ist sicher von Kanu zu Kanu sehr stark verschieden. Erfahrungen damit, besonders für Paddler, die ihr Boot Tandem und Solo paddeln wollen ist ein für mich interessantes Thema, die Bilder vom Probepaddeln ein Anschaulicher Einstieg.

Deine Frage zum Verhalten des Prospector 16 beim Wanderpaddeln kann ich aus eigener Erfahrung nicht beantworten, deshalb habe ich Heinz angerufen, hier sinngemäß sein Kommentar:
Bei Zuladung von ca 180kg läuft das Boot überraschend leicht mit guten Reserven ( auch bezügl. Zuladung). Solo, wenig aufgekantet reicht die Länge der Wasserlinie zum Touren, stärkeres Aufkanten ist nicht zielführend.
Heinz überlegt ein Kniejoch einzubauen, das müßte aber nah an der Mitte sein, ein Mittelsitz ist auch eine überlegenswerte Option. Vom Vordersitz rückwärts zu paddeln hält er für völlig verfehlt. Bilder, mit ordentlich Zuladung hat er nicht, vielleicht findet sich jemand im Forum, der welche zeigt?
Warum er nicht selbst kommentiert?: Heinz ist derzeit auf Urlaub am Ossiachersee und macht ohne PC das, was ich auch am liebsten tue - paddeln.
Jürgen, Du kannst gern zB bei Frank ausprobieren.

Hi Andreas,
...hast Du ein flexibles Kniebrettchen, wie bei Mark gesehen probiert? Das funktioniert bei mir beim Wanderpaddeln gut, da ich damit die Knie bis unters Tragjuch schieben kann, ohne Gefahr hängenzubleiben. Die "voreingestellte" Neigung hängt natürlich von der Höhe der Bordwand, und der Bootabreite und -form ab. Justieren mit einseitiger Abhängung oder Unterlegen des Auflagers sind Bastelarbeit.

Hallo Robert,
mit ein wenig Übung läufts auch im Wind, das mit dem Sitzen auf den Fersen, ist aber auf Dauer nicht jedermanns ( oder nmeine ) Sache.

Nochmal zum Thema:
Warum läßt sich der Algonquin so famos Solopaddeln? "Fine entery lines" können es nicht sein, die sind ja in der Luft, wenig Volumen hat er auch nicht, sogar recurved ends!
Irgendwie muß zwischen Bug und Mitte das Volumen so verteilt sein, daß die entstehende Welle nicht bremst, das Heck als Quasiskeg hält Spur.
Warum macht der Pal ( Seguin 16 ) solo bis zu einer schönen Reisegeschwindigkeit eine gute Figur, obwohl er wenig Ähnlichkeiten mit dem Northstar hat, den ich zwei Jahre besonders gern und flott Solo gefahren bin wenn es darum ging Strecke zu machen?

Was hat David Yost seinen aktuellen Modellen geimpft, daß neuerdings ein 17er meine Wahl ist, wenn ich einen Zweier allein fahren soll?

Vielleicht gibts irgendwo Darstellungen der benetzten Fläche, bei aufgekantetem Kanu - brächte das Licht ins Dunkelgrau?

LG

Wolfgang Hölbling

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19.08.2011 11:49
avatar  lej ( gelöscht )
#7 RE: Aufkanten im Tandem beim Solopaddeln - am Beispiel Prosoector 16
le
lej ( gelöscht )

Moin Wolfgang
Danke für die Info, ich wusste nicht, dass ich bei Frank den Swift Prospector probe paddeln kann. Das ist aber schon mal deutlich näher dran. Leider ist meine Zeit aus familiären Gründen im Moment so eingegrenzt, dass ich diese schöne Möglichkeit erst nächstes Jahr nutzen kann, das mache ich dann aber auch sicher.
LG Jürgen


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19.08.2011 12:33
avatar  Andreas Schürmann ( gelöscht )
#8 RE: Aufkanten im Tandem beim Solopaddeln - am Beispiel Prosoector 16
An
Andreas Schürmann ( gelöscht )

>>> Unterwasserform

Ich bin inzwischen der festen Überzeugung, das der Abstand zwischen Kiellinie und möglicher Paddelführungslinie mehr Einfluss auf das Fahrgefühl hat, als Alle Buck-, Heck- und AsymetrieSonstwasFormen zusammen. Ich will damit sagen: "Wenn ich gut sitze und mein Paddel eng neben mir und an der Kiellinie führen kann, dann fährt das Böötchen auch gut." Da nicht jeder den selben Stil fährt, die gleichen Hebel- und Kraftverhältnisse hat, kommt man auch schnell zu sehr unterschiedlichen Beurteilungen von Booten.

Wenn man das Thema: "Warum fährt ein Boot gut." ernsthaft angehen will, muss der Paddler berücksichtigt werden, zumindest solange man über richtige Bootsformen diskutiert. Regentonnen, und Badewannen fahren tatsächlich schlecht.

@Wolfgang
Das Brettchen habe ich noch nicht getestet, für ein gerades ist mein Süllrand etwas hoch und zum Verleimen eines Passenden hatte ich noch keine Geduld.
Der Swift 16ner Prospector hat mir ausgesprochen gut gefallen, zu Zweit, Solo, so richtig Eierlegende-Wollmilchsau.
Allerdings mit einer Tendenz sich zunächst im Kopf und dann im Portemonnaie zu verbeißen und daran herum zu zerren.

Gruß
Andreas

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19.08.2011 13:16 (zuletzt bearbeitet: 19.08.2011 14:02)
avatar  AxeI
#9 RE: Aufkanten im Tandem beim Solopaddeln - am Beispiel Prosoector 16
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Anstelle eines Brettchens habe mir (nach ein paar Fehlversuchen) letztlich einen Behelfssitz aus einigen Eichenleisten ins Boot montiert auf dem ich beim Solopaddeln an den Rand rutsche. Auf Dauer finde ich aber dieses Sitzen auf einer Pobacke anstrengend und unkomfortabel (das wäre auch bei einem Brettchen so).

Ich finde ja, dass dieses extreme Aufkanten totale Show ist - das braucht man allenfalls für irgendwelche Schönpaddelfiguren auf ruhigem Wasser damit's noch mal spektakulärer aussieht. Bei Wind oder auf bewegtem Wasser wird wesentlich verhaltener aufgekantet. Man kommt einfach nicht ums Aufkanten herum wenn man solo im Tandemcanadier unterwegs ist und mit den Armen über den Süllrand kommen will.



Axel

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19.08.2011 17:07
#10 RE: Aufkanten im Tandem beim Solopaddeln - am Beispiel Prosoector 16
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Hallo Axel,

wenn ich mit meinem aufgekanteten Solo(oder Tandem) bei recht ruhigem Wasser demnächst(irgendwann ) ohne Anstrengung an Dir vorbei"fliege", dann wirst du sehen, dass das totale Ankanten nicht nur Show ist. Diese nämlich ist der "totalen" Bootsbeherrschung in dem Fall eindeutig nachgeordnet, und die Schönpaddelfiguren mach ich dann zwischendurch immer mal, damit ich nicht zu weit vorneweg fahre...(können wir gerne mal testen)

LG
Hans-Georg


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19.08.2011 17:42
#11 RE: Aufkanten im Tandem beim Solopaddeln - am Beispiel Prosoector 16
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Auf Kante ändert sich die Form der benetzten Fläche, das Boot wird wendiger, weil quasi eine neue Kiellinie mit der neuen benetzten Fläche entstanden ist. Diese neue Kiellinie hat viel mehr Kielsprung, da sie ja im Bereich der Chines gebildet wird.

Ein noch wesentlicherer Aspekt ist die Größe der betzten Fläche, die sich deutlich verringert. Somit verringert sich auch der Reibungswiderstand im Wasser. Besonders akut ist das eben beim Prospector (und ähnlichen Bootsformen, die laufen dann plötzlich sehr leicht auf einer "Backe", weil nur noch ganz wenig Rumpf im Wasser liegt. Wolfgangs Bilder zeigen das sehr deutlich.
Das Wasser, das keinen Verdrängungswiderstand bildet, muß letztlich auch nicht verdrängt werden.

Kantet man z.B. einen Solo Plus (oder etwas ähnliches), verringert man die Größe der benetzten Fläche nicht so drastisch. Die benetzte Fläche dürfte im Verhältnis von Länge zu Breite zwar vorteilhafter geformt sein, der Reibungswiderstand ist aber der größere.


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19.08.2011 18:20
#12 RE: Aufkanten im Tandem beim Solopaddeln - am Beispiel Prosoector 16
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..zum Thema flexibles Kniebrettchen: Liegt fast waagrecht, beide Packen drauf. Kantung ist je nach Länge und Bootsquerschnitt vorgegeben.
Mit ein paar Versuchen läßt sich zum Wandern eine gute Position finden.
LG

Wolfgang Hölbling

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19.08.2011 20:08 (zuletzt bearbeitet: 19.08.2011 20:09)
avatar  AxeI
#13 RE: Aufkanten im Tandem beim Solopaddeln - am Beispiel Prosoector 16
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@ Hans-Georg: wir sollten das wirklich mal mit zwei vergleichbaren Booten testen (vielleicht nicht mit denen, die von Dir fürs extreme Aufkanten geschmiedet werden sondern mit handelsüblichen Rundboden-Prospectoren). Mag sein dass Du Recht hast aber mich beschleicht der Verdacht, dass beim Aufkanten in der Weise, wie Wolfgangs Bilder das zeigen, schnelles Paddeln leicht ein 'Fluggefühl' vortäuscht, obwohl sich die Geschwindigkeit nicht nennenswert von der eines moderat aufgekanteten gleichen Bootes unterscheidet.

@ Frank: Das Volumen des verdrängten Wassers muss ja zwangsläufig gleich sein. Ich kann mir nicht recht vorstellen, dass die gewölbte Rumpffläche unter Wasser eine kleinere Oberfläche aufweist - die Größe und Form des Querschnitts an der Wasseroberfläche ändert sich (und - wie Du schon sagst - der Kielsprung).

@ Wolfgang: Das mit dem Brett (bzw. einem konkav ausgeformten Sitzbrett) probiere ich mal aus. Davon verspreche ich mir wirklich eine Komfortsteigerung. Und es ist eine reizvolle Bastelaufgabe.

Axel

P A D D E L B L O G P O L I N G T R E F F E N 2011
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19.08.2011 20:45
#14 RE: Aufkanten im Tandem beim Solopaddeln - am Beispiel Prosoector 16
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@ Frank: Das Volumen des verdrängten Wassers muss ja zwangsläufig gleich sein. Ich kann mir nicht recht vorstellen, dass die gewölbte Rumpffläche unter Wasser eine kleinere Oberfläche aufweist

Gleiches Volumen bei gleichem Gewicht .. klar aber eben nicht die gleiche Oberflächengröße im Wasser.
Wäre es anders, wäre der Reibungswiderstand bei kleinen und großen Booten immer gleich groß, wäre nur abhängig vom Gewicht. Die Rumpfform wäre dann völlig Wurscht, würde nur den Verdrängungswiderstand beeinflussen.


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20.08.2011 00:34
avatar  lej ( gelöscht )
#15 RE: Aufkanten im Tandem beim Solopaddeln - am Beispiel Prosoector 16
le
lej ( gelöscht )

hallo again,
einerseits versuche ich das zu verstehen andererseits kann ich meistens, vom Kringeln abgesehen, nicht wirklich viel mit kanten anfangen und im Extremen drängt sich mir da Effekthascherei auf.
Für mehrtägige Touren und auch Tagestouren habe ich den Dampfer gut bepackt, ist dann recht praxisfern unterwegs nochmal deutlich den Trimm seitlich zu verändern, dann verlier ich schnell mal was. Auf offenem Revier mit in der Regel gutem Wind und Wellen bedeutet das dann absaufen oder unweigerlich nasse Füße und ich kann Wasser im Kanu nicht leiden. Außer in den engen Mäandern der Treene oder bei leerem Kanu fällt mir wirklich nichts ein, wo bisher Kanten für mich wirklich Sinn gemacht hätte. Bin mir aber schon klar drüber, dass das für viele ganz anders aussieht und wegen unterschiedlicher Anforderungen evtl. Sinn machen kann. Kniebrettchen ist fürs Wanderpaddeln hier auch eher nix und hat wahrscheinlich woanders seine Berechtigung.
Jürgen


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20.08.2011 09:25
avatar  Andreas Schürmann ( gelöscht )
#16 RE: Aufkanten im Tandem beim Solopaddeln - am Beispiel Prosoector 16
An
Andreas Schürmann ( gelöscht )

@Wolfgang
Das schöne Bildchen von Dir, dürfte jeden der sich ein wenig mit Bootsformen beschäftigt hat klar machen, das der gekantete Querschnitt schneller läuft als der ungekantet. Man kann sich auch schön erklären warum sich der "wackeligere" Querschnitt so ruhig fährt, Ein Großteil der Bootsmasse hängt ja als Gegengewicht in der Luft. (Erinnert irgendwie an die "Flying proa".)

Mir ist es immer eine besondere Freude wenn man merk wie gut das Boot gekantet fährt.
Dem alt bekannten, "Länge läuft"-Spruch gehört ein "nicht immer" angehängt.

@Jürgen
Der Titel diese Threads ist vielleicht nicht ganz exakt, es geht darum große Boote unterbeladen zu fahren.

Zwischen Nutzen und Show liegen diverse Zentimeter Freibord, die ein Canadien-Style-Fahrer auf Tour sicher zu schätzen weiß.

Gruß
Andreas

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20.08.2011 10:55 (zuletzt bearbeitet: 15.12.2012 22:11)
#17 RE: Aufkanten im Tandem beim Solopaddeln - am Beispiel Prosoector 16
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gelöscht


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20.08.2011 11:06
#18 RE: Aufkanten im Tandem beim Solopaddeln - am Beispiel Prosoector 16
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Beim Aufkanten dürfte weniger die maximal erreichbare Rumpfgeschwindigkeit im Vordergrund stehen, die ja oft in der Paddelpraxis Theorie bleibt, vielmehr wird der Leichtlauf deutlich verbessert, d.h. wieviel Kraft benötige ich, um meinen Kahn auf mittlerer Reisegeschwindigkeit zu halten.

Vmax und Leichtlauf sind zwei unterschiedliche Geschichten.


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20.08.2011 18:39 (zuletzt bearbeitet: 20.08.2011 18:41)
#19 RE: Aufkanten im Tandem beim Solopaddeln - am Beispiel Prosoector 16
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Kniebrettchen nehm ich auch nicht, da hätte ich für mein Gefühl zu wenig Bootskontakt. Bis auf den Süllrand aufkanten würd ich bei Touren nur mit wenig Gepäck , und wenn ich das Gewässer kenne. Bei viel Wellen kante ich jedenfalls nur dort so extrem, wo ich mich auskenne, allerdings hab ich auch mit der Kante zum Wind und quer zur Welle bisher keine schlechten Erfahrungen gemacht- wenn es stabil ist, dann auch so rum. Letzteres war dannn allerdings wirklich nur Spielerei, bzw. "Show", ich gebs ja zu...
@Axel: Ja, wirklich gern, auch im Prospektor: Der ist meinen Booten , historisch gesehen,eh nur nachgemacht, ich hab also vollstes Zutrauen.

Gruß
Hans-Georg


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25.11.2011 09:59 (zuletzt bearbeitet: 25.11.2011 10:11)
#20 RE: Aufkanten im Tandem beim Solopaddeln - am Beispiel Prosoector 16
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....interessante Diskussionsbeiträge und grafische Darstellungen zum Thema in einem englischsprachigen Nachbarforum

http://www.songofthepaddle.co.uk/forum/s...nation-required

Wertvolles Material satt:

http://home.cc.umanitoba.ca/~burchil/pm_canoe/

Viel Spaß beim Trockentraining!

Wolfgang Hölbling


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25.11.2011 10:39
#21 RE: Aufkanten im Tandem beim Solopaddeln - am Beispiel Prosoector 16

Hi,
meiner Erfahrung nach wird von vielen Paddlern verbesserter Leichtlauf mit erhöhter Geschwindigkeit gleichgesetzt, hier fehlen tatsächlich objektive Daten. Ich glaube, daß das oft beschriebene Gefühl höherer Geschwindigkeit daher kommt, daß das Ankanten das gesamte Bootshandling erleichtert, z.B. wird das Boot "gehorsamer" gegenüber Steuerschlägen und damit wird der Steueraufwand, der immer eine Bremskomponente enthält, geringer. Die kommt durch die kielliniennähere Paddelführung und den durch das Ankanten größeren Kielsprung.Die Denunziation des Ankantens als Showeffekt ist völlig abwegig, es sei denn, man unterstellt allen Kringlern, sie wollten immer nur angeben. Der Spaß, ein Boot mithilfe klug eingesetzter Technik gefügig zu machen, kann wohl nicht von jedermann nachvollzogen werden. Im Wanderbetrieb ergibt sich ein Ankanten eher dadurch, daß man, evtl. unter Benutzung des Sitzes oder eines Knieholmes, sich nah am Süllrand positioniert, um eine steile, und damit kielliniennahe Paddelführung zu ermöglichen, die dabei erreichte Aufkantung kann man gerne in Kauf nehmen, unsinnig wäre es hier aber, über den funktionalen Bereich hinaus eine stärkere Kantung zu erzwingen, das wäre unbequem und auf die Dauer unnötig anstrengend. Hier ein ideologischen Faß aufzumachen, ist überflüssig wie ein Kropf.
Jörg Wagner


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25.11.2011 14:07 (zuletzt bearbeitet: 25.11.2011 14:33)
avatar  Caspar Honig ( gelöscht )
#22 RE: Aufkanten im Tandem beim Solopaddeln - am Beispiel Prosoector 16
Ca
Caspar Honig ( gelöscht )

Hej
Zitat Jörg:
"z.B. wird das Boot "gehorsamer" gegenüber Steuerschlägen und damit wird der Steueraufwand, der immer eine Bremskomponente enthält, geringer." Das "kommt durch die kielliniennähere Paddelführung und den durch das Ankanten größeren Kielsprung."
Dadurch wird sowasauch mit großen Booten mit wenig Kielsprung möglich (Grafik von hier zitiert: http://home.cc.umanitoba.ca/~burchil/pm_canoe/circles.html)
Eigentlich zieht die durch das Kanten entstandene Bootsform das Boot nämlich zur Offside, Grafik dazu hier:
http://home.planet.nl/~xele42sb/images/rln.png
Auch wenn das stark nach Kringeln aussieht spricht ja nichts dagegen, daß man sich als Tourenfahrer diese Effekte zu nutze macht.
LG
Martin

__________________

Nimm es als Übung!


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25.11.2011 14:10
avatar  MrDick
#23 RE: Aufkanten im Tandem beim Solopaddeln - am Beispiel Prosoector 16
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Es ist ja immer wieder schön über benetzte Flächen und so nen Kram zu diskutieren. Hat sich aber schon mal jemand ausgerechnet wie hoch denn der Anteil des Reibungswiderstandes am Gesamtwiderstand überhaupt ist? Nun ja, ich mache das immer wenn ich ein Design berechne, bzw. mein Computer macht das automatisch für mich und ich kann Euch sagen, dass die Reibung so gut wie keine Rolle spielt. Genauso gut könnte man dafür plädieren, in einen Geländewagen schwächere Scheinwerfer einzubauen, damit das Austretende Licht das Fahrzeug nicht so stark bremst. Was viel wichtiger ist, ist die Verteilung des Volumens entlang der Wasserlinie im Bezug auf den Widerstand. Ich bezweifele übrigens, dass die Canadian-Style-Position dabei hinsichtlich Rumpfwiderstand irgendeinen Vorteil bringt - eher im Gegenteil. Jedoch kann es biomechanische Vorteile geben, dadurch dass der Paddler besser an´s Wasser kommt. Was sich wirklich verbessert ist die Wendigkeit. Was dadurch wegfällt ist, je nach Boot, der "eigebaute Geradeauslauf" der bei unzureichender Paddeltechnik zusätzlich bremst. In all den Jahren in denen ich mich nun mit Bootsdesigns beschäftige, hat sich besonders eine Erkenntnis verstärkt: Der Paddler macht das Paddeln - nicht das Boot. Deshalb bin ich auch der Meinung, dass ein gutes Boot den Paddler paddeln lässt und ihm nicht in die Quere kommt (Stichwort "läuft gut geradeaus" - na toll - wenn ich da aber garnicht hin will?), anstatt zu versuchen ihm das Paddel mehr schlecht als recht abzunehmen. Es gibt nicht viele Boote denen ich das 100%ig zuschreiben würde.

Übrigens gibt es Canoes die sich in Canadian-Style-Position einfach furchtbar fahren (Ja auch sehr alte klassische Designs), und andere mit denen das ausgezeichnet geht. Die Wahrheit liegt wie immer irgendwo dazwischen.

Liebe Grüße, Sebastian

-
"Women are fleeing the dreaded bow seat at an alarming rate, and, as individuals, are settling themselves into solo canoes. Welcome aboard!"
(Mike Galt 1978)
-
100% pure canoeing: http://www.canoespirit.de


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25.11.2011 14:53
avatar  Trapper
#24 RE: Aufkanten im Tandem beim Solopaddeln - am Beispiel Prosoector 16
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Zitat
Nun ja, ich mache das immer wenn ich ein Design berechne, bzw. mein Computer macht das automatisch für mich..

..das setzt aber voraus, das sich die Ergebnisse Deines Programms auch mit der Realität einigermaßen decken!
Ich hab da so meine Erfahrungen mit FMEA- und MouldFlow-Studien. Auch die Hummel kann ja aerodynamisch betrachtet eher nicht fliegen???
Whatever, inhaltlich gesehen bin ich ja voll bei euch, würde aber eher auf mein persönliches Popometer hören!!
Die Natives haben ja ihre perfekt angepassten Bootsformen auch ohne EDV hinbekommen.

Internette Grüße Thomas


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25.11.2011 15:06
#25 RE: Aufkanten im Tandem beim Solopaddeln - am Beispiel Prosoector 16
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ich kann Euch sagen, dass die Reibung so gut wie keine Rolle spielt.

Hm, dass der Verdrängungswiderstand der größte Posten ist, ist mir klar, aber dass der Reibungswiderstand keine Rolle spielt, kann ich mir schwer vorstellen.

Auf der Kante wird sicher jedes Bootsmodell in Abhängigkeit der Form anders reagieren. Bei einigen Booten dürfte sich der Verdrängungswiderstand verkleinern, weil es schmaler wird, bei anderen Booten dürfte aber auch der Eintrittswinkel ungünstiger ausfallen, würde also bedeuten, wenn der Reibungswiderstand keine Rolle spielt,müßte es schwerer laufen. Ein paar andere Dinge kommen ja auch noch dazu, die ich jetzt mal außen vor lasse ...


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