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Bergtouren auf der Donau bei Ingolstadt

13. Bergfahrt
Freitag, fünfter Tag bei fünf Grad plus im Februar. Mildes Wetter ließ vermuten, dass der Winter nun verloren hat. Der Pegel zeigte vor dem Einbooten 298 cm an, nach der Fahrt 294 cm.
Auch wenn der Pegel um die 81 cm tiefer lag, ist es immer noch ein Logenplatz im Kanu gewesen. So konnte endlich an ein nerviges Fahrradschutzblech direkt angelegt werden, um es vom Ufer zu entfernen. Zuvor ging es an dem besagten Baumhindernis gut vorüber. Eisvögel wurden diesmal keine gesichtet. Nur ein einzelner Schwan überflog hoch oben die Donau. Unterhalb der Schillerbrücke endete diese Bergfahrt.
Auf Talfahrt wurden etliche Kehrwasser ausgenutzt, eine Pfandflasche wurde dabei aufgefischt. Währenddessen und am Donaustrand, probierte ich einiges mit dem Paddel aus.
Gestern hatte ich mir wieder einmal die DVD „Paddeln im Solocanadier“ angesehen. So nutzte ich diese heutige Gelegenheit gleich aus, Kleinigkeiten zu verbessern. Wie zum Bleistift die Griffhand außerhalb vom Kanu zu belassen...
Interessant ist, das das Tenderfoot Paddel mit wenig Blattfläche, mir bei höheren Pegel, keine größeren Sorgen mehr bereitet.
Vergleiche erstes Foto von 11. und dieser Bergfahrt.
#202 RE: Bergfahrt 14 - 15 / 2016

14. Bergfahrt
Mein Zeitfenster fürs paddeln, ließ sich erst am Sonntag des verzehnten Tages in diesem Februar, nach dreizehnRechenfehler paddellosen Tagen, für einen Spalt kippen.
Zehn Grad plus mit grauen Wolken am Himmel und vereinzelnden blauen Lücken mit Sonnenstrahlen, ließen auf Wetterveränderung hoffen. Der Pegel zitterte auf 230 cm auf und ab. Das Wetter wechselte sich während der Bergfahrt nicht weiter, dafür die Flusslandschaft.
Der vergangene höhere Pegel, etwas Sturm und die vergangenen Tage hatten das vertraute Territorium an den Ufern und im Unterholz verändert. Zwei neue Baumhindernisse im Fluss, einiges an Windbruch nahe am Ufer würzten die Optik. Neue grasbewachsene und bekannte moosbedeckte Uferlücken erquickten das Auge. Eisvögel ließen sich wieder nicht blicken. Bin mir aber nicht sicher, ob doch im Ohr einer zu hören war.
Der eine neue umgebrochene Baum, traf genau den gekappten Baumstamm, wo davor meine Parkbucht für freies Parken, sich des Öfteren anbot. (Hinweis Bildvergleich 13. Bergfahrt) Durch diese Begebenheit, entdeckte ich eine Nisthöhle im Baumstamm.
So ging die Reise nahe zu einem Baumhindernis unterhalb der Schillerbrücke weiter. Die wenigen Äste, die gut in der Strömung hingen, verursachten bekanntes Rauschen eines Baumhindernisses. Wenn sich das Baumhindernis halten sollte, werden Seilfähren rückwärts dort vollbracht. Zufrieden drehte das Kanu vor dem Baumhindernis ab. Der Baum zuvor ging mir nicht aus dem Sinn. Später schlug ich mich durch das Wäldchen zu dem umgebrochenen Baum hindurch. Siehe da, Biber waren mit am Werk.
15. Bergfahrt
Dienstag, 16.02. 2016, Pegel knapp unter 240 cm. Weil wettertechnisch nix gutes für Mittwoch vorausgesagt wurde, verlegte ich bei Ostwind und nicht allzu milden Temperaturen Richtung Donau. Es wurmte mich auch an, weil ich nicht genau sagen konnte, was für ein Baum es sei, der auf den Baum mit Nisthöhle gefallen war. So nahm ich ein kleines Taschenbüchlein mit, was mir helfen sollte.
Auf dem Weg zum Fluss lärmte ein Polizeihubschrauber nahe der Autobahnbrücke, der sich ab und zu durch die Baumwipfel blicken ließ. Im Kanu nun eingeschifft, und nach einigen Paddelschlägen Richtung Oberstrom, schaute ich mich um, weil der Hubschrauber verdächtig lauter wurde. Plötzlich kam der Hubschrauber unterhalb der Autobahnbrücke zum Vorschein. Eine Person wurde mit der Winde fix abgelassen und in die Donau eingetaucht, um einer Person im Wasser zu Hilfe zu kommen. Auf dem Fluss waren noch einige Boote auszumachen, die von der Gischt, die von den Rotorblättern her rührten, gut eingenebelt wurden. Die Person im Wasser wurde mit Hilfe des Polizeihubschraubers und des Retters an der Winde zum Ufer geleitet. So in etwa wie eine Seilfähre im Fährbetrieb.
Nach diesem Ereignis kam ich meinen zu beabsichtigten Dingen wieder auf die Spur. Am zu bestimmenden Baum angekommen, kam ich mit meinem Büchlein auch nicht viel weiter. Leider sind noch keine Blätter gewachsen, die eine sichere Bestimmung einfacher machen würden. Vielleicht lüftet ein Fachkundiger das kleine oder doch große Geheimnis? Vielen Dank.
Grüße von der Donau oder nicht weit weg davon
Mike

Moin Mike,
zu Deiner Frage Baumart:
Vielleicht Aschweide - Salix cinerea ?
Strauch mit flacher Krone, bis 6 m hoch. Triebe
zimtbraun bis grau, samtig behaart. Auffällig gelb-
orange Winterknospe. Vorkommen an Fluß- und Bachauen der sommerwarmen Gebiete
bis weit ins Bergland, sonnige Standorte.
#204 RE: Bergfahrt 14 - 15 / 2016

Hallo docook und Georg!
Es ist schon schwer über die eingestellten Bilder halbwegs sichere Angaben zu machen, trotzdem vielen Dank dafür. Die Blütenkätzchen schauen wirklich so aus wie bei einer Aschweide oder Salweide. Ich war noch einmal mit dem Kanu vor Ort.
Ich tendiere nun zu der Annahme, dass es sich um eine Silberpappel handelt. Ich fand nun auch Blätter vom letzten Herbst, hoffe dass sie dazu gehörten.
16. Bergfahrt im Zeichen eines Baumes zu Land und zu Wasser
Gutes Wetter und etwas Zeit nach der Arbeit ermöglichten aufs Wasser zu gelangen. Das erste Ziel wurde der umgestürzte Baum. Dort legte ich nun an und erklomm die Uferböschung. Von dort aus kletterte ich auf dem Baum über die Äste hinweg, um so über dem Stamm zu dem Fuße des Baumes zu gelangen. Bei einem stehenden Baum geht es üblicherweise anderes herum Richtung Krone. Dabei spürte ich, dass das Baumklettern eine Art Entspannung sein kann. Es ist ja auch schon so lange her wo ich als Mensch oder vielmehr mein Vorfahre auf Bäumen öfters auf und ab kletterten.
Nach dieser Exkursion paddelte ich nun zum zweiten Baum, dem neuen Baumhindernis. Um das Baumhindernis zu passieren musste Richtung Strommitte ausgewichen werden. Das turbulente lange Kehrwasser, oder vielmehr Überschneidung unterhalb der Schillerbrücke musste überwunden werden. Ab und zu hatte ich ein komisches Gefühl dabei, weil Pilze und Wirbel das Kanu über den Bug abrupt abdrehen oder untersteuern ließen. Ein guter Beweis, dass ein Kanu über solche Passagen Geschwindigkeit benötigt, um etwas stabiler die Linie zu halten. Vor dem Brückenpfeiler bewegte ich mein Kanu mittels Seilfähre Richtung Ufer in eine ruhige Zone.
Von dort aus wurde wieder in die Strömung gesteuert um frontal Richtung Baumhindernis talwärts anzupaddeln. Vor dem Baumhindernis steuerte ich noch in ein Kehrwasser nahe dem Ufer an, um von dort aus den gesamten Baum als Hindernis zur Verfügung zu haben. Nun startete ich aus diesem Kehrwasser oder vielmehr über die Verschneidung heraus eine Seilfähre rückwärts gegen den Strom. Beim eintauchen des Hecks rückwärts gegen die Strömung (gegen den Berg)wurde das Heck nahezu herumgeschoben. Dieses ist zwar bekannt aber nicht in diesem Moment bewusst gewesen. Glücklicherweise konnte ich noch reagieren, sodass das Kanu nicht längsseits abkam. Mit dem reagieren des Kanus war ich etwas überrascht, aber durch vergangene Übungen, aus Kehrwassern rückwärts gegen den Berg heraus zu paddeln, nicht ganz überrumpelt gewesen. Zuerst mit dem Bug bergauf in die Strömung zu steuern um Richtung Tal einzudrehen, um so Richtung Baumhindernis zu gelangen, ist natürlich in dieser Situation einfacher und sinnvoller.
Grüße Mike
#206 RE: Bergfahrt 17 - 20 / 2016

Hallo!
17. Start bei 17 Grad plus im Schatten unter blauem Himmel und einem Pegel von 257 cm, bescherten gute Voraussetzungen fürs paddeln. Der Wind mit bis zu 10m/s machte ab und zu einen kleineren Strich durch die Rechnung, sodass es schleppend bis sehr schleppend vorwärts ging.
Kurz überlegte ich diese Bergfahrt abzubrechen, zumal ich mich nicht 100% fit fühlte. Währenddessen klopfte ein Specht hoch im Baum und der Wind flaute etwas ab, sodass doch noch Meter gewonnen werden konnten. Als es wieder böiger wurde, legte ich nahe der Schillerbrücke an. Während der Pause wurde ein neuer Plan geschmiedet. Absicht sollte es sein, zwei gefüllte Einkaufstüten aus dem Ufergehölz heraus zu angeln, die mich schon seit über zwei Jahren nervten. Während der Talfahrt legte ich dort in der Nähe an und stieg aus.
Unter kleineren Schwierigkeiten konnte nur eine der zwei Tüten voller Kleiderlumpen und Müll geborgen werden. Schließlich wanderte der Müll in einem mitgeführten Restmüllsack, ein anderer Teil davon in eine alte Einkaufstüte. Bei dem Beladevorgang vom Ufer aus, rutschte ich aus und es fehlte nicht viel ein Vollbad zu nehmen. Leider erblickten die Augen während dem vorherigen Landgang noch mehr Müll.
Dort war im Jahre 2013 ein Bettlerlager errichtet worden. Darüber berichtete ich kurz am 11.12. 2013 (33. Bergfahrt vom 10.11.2013). Der Müll (Matratzen, Decken, Zeltreste... )wird normalerweise nach Räumung eines solchen Lagers von der Stadt aufgelesen und entsorgt. Ich nehme nun an, dass dieses Lager der Stadt unbekannt war oder es lebte nach dessen Räumung wieder kurz auf?
Nun wissen zwei Behörden Bescheid, die etwas mit Umwelt mehr oder weniger zu tun haben. Wenn die Zuständigkeit über dieses Problem mit Rattenschwanz geklärt ist, werden hoffentlich Taten folgen. Ein Trost bleibt. Eine MVA (Müllverbrennungsanlage) in Ingolstadt im Stadtgebiet Mailing gibt es ja. Dass dies die größte von Deutschland sei, erfuhr ich von meiner zehnjährigen Tochter.
18. Paddeltest zu Berg und Tal, davor etwas russisch...
Mittwoch, 24.02.2016, Pegel 239 cm. Auf dem Weg zum Kanu kann sich das Wetter nicht entscheiden, es gab Schneefall, Regen und Wind. Minuten vorher ließ sich sogar die Sonne blicken. Am Kanu angelangt, Lageänderung! Mein Moll Contra wanderte zwischen die Backen eines Schraubstocks. Die Eisensäge kürzte den Paddelschaft um 14 cm. Die Feile begradigte die Schnittstelle. Der Kunststoffknauf wurde mangels Bohrmaschine mit russischer Technik vom abgetrennten Alurohr entfernt.
Ich erinnerte mich dabei an einen Radwechsel an einem Ural LKW, wo die Radmuttern mit Hammer und Meißel gelöst und schließlich wieder nach dem Radwechsel festgezogen wurden. Nach dem kleineren Akt mit Hammer und Meißel nahm der Knauf mangels Kleber, Körnung und Schraube wieder Platz am Schaftrohr ein. Der Knauf war nicht fest aber auch nicht locker.
Glücklicherweise war noch Zeit um das nicht ganz fertiggestelltes Paddel auf dem Wasser zu testen. So war ich nun doch noch auf der Donau gelandet. Der bevorstehende erste Eindruck wurde mit Spannung erwartet und wurde sogar etwas übertroffen. Klar das Paddel ist schwer, fühlt sich nicht so toll an wie Holz, aber das Handling ist für meinen kürzeren Einsatzzweck an steinernen Fahrlinien optimal. Es muss auch nicht auf materialschonenden Gebrauch geachtet werden. Während einer Kehrwasseranfahrt ertappte ich mich dabei, das die nötigen Paddelschläge aggressiver Natur wurden, dadurch sogar bessere Ergebnisse in der Richtung Punktlandung im Kehrwasser und mehr Zügigkeit des Eindrehens des Kanus erfahren wurden.
19. Bergfahrt
Am Samstag den 27.02. ging es unter windigen, heiteren bis wolkigen Wetter auf die Donau. Der Pegel zeigte vor der Fahrt gute 230 cm an, danach 224 cm.
Diesmal stand ein Test mit dem geklebten Paddelknauf mit auf dem Programm. Zwei Tage zuvor hatte ich dem Paddelknauf mit Zweikomponentenkleber am Aluschaft verklebt. Ich schenke dieser Verbindung vertrauen und verzichtete gerne auf zusätzliche Schräubchen. Diesmal konnte sich mit dem Paddel etwas mehr ins Zeug gelegt werden. Unteranderen legte ich an einer mehr oder weniger turbulenten Stelle an, dafür wäre mein Holzpaddel aus Potsdam zu schade gewesen. Während dem paddeln kam dreimal ein Feuerwehrschlauchboot mit Außenborder vorüber. Vorschriftsmäßig wurde Sog und Wellenschlag vermieden, wäre aber auch nicht böse gewesen wenn es mehr geschaukelt hätte. Am Nordufer der Donau gesellte sich ein neues Baumhindernis dazu, was gleich für Seilfährenübungen rückwärts ausgenutzt wurde. Einmal erfasste eine Böe das Kanu und ich trieb auf einmal quer. Zu diesem Zeitpunkt war ich glücklicherweise schon am Baumhindernis vorbei. Auf Talfahrt ging wieder eine gefüllte rote Einkaufstüte mit, die im Wasser trieb. Die Bergung war schwierig, weil die Tüte doch ziemlich schwer wurde, zumal die spät anlaufenden kleineren Wellen vom Feuerwehrboot es schaukliger machten. Beim späteren Entsorgen des Abfalls wurden auch Windeln entdeckt. Das unschuldige Baby tut mir wegen der verantwortungslosen Eltern jetzt schon leid.
20. Bergfahrt
Neues Flachwasserpaddel (noch ein Erlkönig für euch)
Erster Paddeleinsatz am 1. März bei knapp ein Grad plus Lufttemperatur und einem Pegel von 231 cm.
Das neue Paddel kam zur Arbeitsstelle, wurde in Ruhe zur Mittagsstunde ausgepackt und es lag so verloren auf dem Fußboden, währenddessen ich mir das Mittagessen gönnte. Zeit zum Paddeln war eigentlich nicht vorhanden, weil es danach mit Terminen etwas stressiger werden könnte. So gab ich mir doch einen Ruck, weil die Neugierde einfach immer größer wurde. So landete ich auf der Donau, vorher packte ich das Paddel noch gut ein, weil es ja etwas kalt war.
Im nassen Element eingetaucht, stellte sich sofort eine innere Zufriedenheit ein. Der erste Eindruck im Wasser mit dem Paddel passte einfach. Das Paddelblatt baut beim Catch guten Druck auf. Der Knauf liegt gut in der Hand. Beim J- Schlag ließ sich der Knauf schön durch die Finger gleiten, dies wurde beim Palmroll umso mehr deutlicher. Während den Slices läuft das Paddelblatt schneidig und souverän durchs Wasser. Je nach Gebrauch und Anstellwinkel geräuschlos bis geräuscharm. Das durchschnittene Wasser ist einfach schön anzusehen. Während einer kurzen Pause nahm ich das Paddel kurz unter die Lupe. Dabei war das funktionelle Design an den Kanten des Paddelblatts zu erkennen. Daran erkannte ich wieder, dass ein solches Paddel sehr viele interessante Details verbirgt. Dieses gibt dem Paddler der darauf achtet, auch spürbar während dem paddeln verschiedene Signale zurück. Fähren und Side- Slips gegen den Strom flutschten wie erwartet. Irgendwann paddelte ich talwärts, dabei wurde ich hier und da bei meinen Spielereien einfach überwältigt.
Grüße von der Donau oder von daneben
Mike
#207 RE: Bergfahrt 21. / 2016

21. Talfahrt, Pegel im 280 cm Bereich / Bergfahrt knapp über 300cm
Donnerstag, 3. März 2016, zu guter Zeit am Vormittag, knapp 2 Grad, bis zu 5 Grad gegen Mittag.
Normalerweise strecke ich meine Fühler über den Wasserwege Richtung Osten zur Nibelungenbrücke bei Großmehring nur soweit aus, wenn ich Richtung Donaudurchbruch durchstarte. Es waren nur etwas über sechs Kilometer talwärts, die ohne Eile in knapp 45 Minuten abgepaddelt wurden. Das Vorhaben war trotzdem etwas anderes, weil Ich noch nie bei solch einem Pegel soweit talwärts gepaddelt bin und die Absicht hegte, wieder zurück zu paddeln. Einmal ja, ein paar hundert Meter. Der Pegel war damals weit unter drei Meter, und ich bin an der Autobahnbrücke fasst nicht mehr durchgekommen. Ein Trost, da steckte ich damals mitten in den Anfängen. Später einmal bei flachem Pegel wurde der Wind dort zum Feind. Fragen schwirrten im Kopf: Komme ich wieder über den Wasserwege zurück? und Wann?
Auf Talfahrt benutzte ich mein neues Paddel aus „Sachsen“, nein West- Sachsen, oder doch Süd- Sachsen? Egal, ich bin ja ein Thüringer der auf der Bayerischen Donau herumgeistert, da kommt man schon einmal durcheinander
In Großmehring an der Nibelungenbrücke (Blick Richtung Vohburg Staustufe erstes Foto) angekommen stieg ich aus und schaute mich etwas um, und trank Tee dabei. Danach startete ich gegen den Berg. Zwei Schwäne und ein Graureiher wurden dabei gesichtet, Enten sowieso. Leider wurden wieder keine Eisvögel gesichtet. Hoch oben in den Bäumen hörte ich einen bis dato mir unbekannten Vogellaut, ein komischer langer Pfiff. Eine Biberburg wurde noch passiert. Es dauerte nicht lange und es musste sehr knapp in Ufernähe gepaddelt werden, deshalb nahm ich ab und an mein Moll Contra zur Hand. Dies war eine gute Entscheidung, weil oft Grundkontakte jeglicher Art gemacht worden sind.
Auf halber Strecke setzte ich mich ins Kanu, trank Tee und nahm einen Snack ein. Danach ging es wieder los, es wurde stellenweise nicht einfacher. Auch weil sich ein Nilpferd in den Weg stellte. Ich hoffte dass kein arger Gegenwind aufkäme, meine Trimmung musste trotzdem Buglastig eingestellt werden. Nach etwa 1 Stunde und 45 Minuten Bergfahrt war ich am Ziel, schön war´s.
Grüße von der Donau oder nicht weit weg davon
Mike
#208 RE: Bergfahrt 21. / 2016


22. Bergfahrt
Montag, 7. März, Wetter heiter bis wolkig, Pegel 248 cm. Mit neuem Paddel ging es wieder aufwärts. Kurz war ich desorientiert, weil der klapprige Unterstand nicht mehr zu sehen war. Der auf und ab wippende Baumstamm im Wasser davor war noch da. Einen Augenblick später wurde klar, dass der Baumstamm seine Lage um 50 Meter stromabwärts verändert hatte. Der Unterstand steht immer noch. Wenig später flog ein Eisvogel ab. Schön nach langer Zeit einen Eisvogel wieder gesichtet zu haben. Kurios war, der Eisvogel startete viel zu früh. Der Grund für den frühen Start war eine Person, die sich in Ufernähe im Gehölz herumtrieb. So paddelte ich weiter und legte kurz an. Beim Einbooten nutzte ich mein neues Paddel mit als Stütze über den Süllrand gelegt, das Paddelblatt lag flach am Ufer. Das Paddel ist wie erwartet auch robust genug. Danach stattete ich während der Talfahrt den ersten Donaustrand noch einen Besuch ab. Dort absolvierte ich ein paar Manöver, die zufriedenstellend und auch der Verbesserung weiterhin noch würdig sind. Kurz vor Ende fuhr ich noch ein paar Kehrwassermanöver, die pegelbedingt sich nicht weit weg von meiner Ab und Anlegestelle anboten. Zwei wurden etwas hastiger mit Kanu und Paddel gefahren, die folgenden ruhiger und besonnener. Letzteres wurden bessere Ergebnisse erzielt, weil u.a. dem strömenden Wasser die meiste Arbeit fürs einparken in die Lücke übertragen wurde. Nur eine Stunde gepaddelt, aber gut gewesen.
23. Bergfahrt
Dienstag, 8. März, Wetter wie tags zuvor, Pegel 237 cm. Anfangs nicht weit weg vom Einstieg aus sind eine Vielzahl von Kehrwassereinfahrten gemacht worden. Trotz blauer Fetzen am Himmel schaute die Sonne einfach nicht durch. Der hinabgetriebene Baumstamm war immer noch an Ort und Stelle. Beim Auftauchen oder Hinaufwippen floss das Wasser schön darüber. Nach wenigen Paddelschlägen komme ich an dem Verbau an und legte dort an. Beim späteren zurück paddeln ließ sich die Sonne länger blicken. Der Biberburg stattete ich einen kurzen Besuch ab. Siehe da, in einer Biberhöhle die gute zwei Bootslängen Richtung achtern davon entfernt war, ein gurgeln und ein nicht gelungenes planschen. Daraufhin ein kurzes Schattenspiel unter der Wasseroberfläche.
24. Ausfahrt
Schöner Ausblick vom KellerfensterDonnerstag, 10. März 2016, knapp vor zweistelligen Plusgraden, Sonnig, blauer Himmel, Pegel 222 cm. Der erste Zitronenfalter wurde kurz vor dem Anlegen zur Mittagspause gesichtet, der Frühling steht nun gerne vor der Tür. Eisvögel ließen sich auch wieder blicken, ein Graureiher war zu guter Zeit auch wieder mit von der Partie.
Grüße von der Donau
Mike
#210 RE: Bergfahrt 22. - 24. / 2016

Servus Mike!
Schaut lecker aus....Landschaft Paddel und Essen :-)
wird Zeit dass die Nachbarn von der Kaserne mal eine alte LKW-Plane oder einen Schlauchbootkadaver als neues Dach für den Unterstand spenden....is auch nicht mehr das, was es mal war die Firma Y-Reisen :-)
Gschmeidiges Paddel..gefällt mir.
Ohne Lack...
Hans
#211 RE: Bergfahrt 22. - 24. / 2016

Servus Hans,
ja war auch lecker die Gulaschsuppe, geriebener Käse darüber ein Genuss. Die Suppe war vom WE noch übrig, und über einem offenen Feuer draußen erhitzt, ist schöner als übern Herd in der Küche
Diesmal kam wieder ein überlagerter Esbit- Trockenbrennstoffwürfel zum Einsatz, der wie auf der vergangenen 107. Kaffee- Bergfahrt von 2015 auch nicht mit Streichholz und Feuerzeug anzuzünden war.
Nun werde ich meinen überlagerten Vorrat entsorgen. Die Esbit – Würfel hinterlassen zumal einen unangenehmen Geruch an den Fingern und rußen nicht schlecht. In Behausungen nicht so toll, draußen wär´s egal. Eine Vielzahl schwören ja auf diesen Brennstoff (Wasserdicht verpackt....). Nur wenn überlagert funktioniert der Esbit – Brennstoffwürfel nicht. Für Y- Reisen u.a. nicht so erleuchtend, wenn ein lebensrettendes Wärmefeuer ...von Nöten ist. Öko- Zündwolle taugt mir zumindest besser.
Ja, Paddel als Wergzeuge ohne Lack sind angenehmer für die Finger bzw. Hände. Einen lackierten Kreuzhackenstiel oder Schaufelstiel habe ich noch nicht gesehen. Es gibt sicherlich lackierte. Heutzutage werden in unseren Koordinaten auch keine Baugruben für Einfamilienhäuser mit der Hand ausgeschachtet. Die guten Leute von damals hätten vor lauter Blasen an den Händen die lackierten Stiele zum Teufel gejagt.
Übrigens auf dem Laub- Foto/ Wimmelbild ist der Zitronenfalter zu entdecken...
Grüße
Mike
#212 RE: Bergfahrt 22. - 24. / 2016

OT
Servus Mike...
hab noch meinen Esbitkocher und einige große verpackte Würfel...für a Tasserl Tee oder mal a paar Bratwürstel
in der Alupfanne reicht der dicke, ausser dem hab ich ein paar Döschen die gut reinpassen und die ich mit Spiritus gefüllt dann hernehme zum Köcheln, geht auch gut.
Ansonsten Hobo oder halt Gaskocher oder Spirituskocher oder Benzinkocher....das Kind im Manne...:-)
Fürs Zünden hab ich mir in letzter Zeit bei Spaziergängen jede Menge Birkenrindenstücke von toten Bäumen gesammelt.
Die gehen leicht ab und brennen wie Hölle, genauso Kienspan von alten Kiefernstümpfen.
Wachsreste von Weihnachten mittlerweile geschmolzen und alte Pappe Watte ect damit getränkt....ok...werd ich wohl nicht alles brauchen...aber wie gesagt, das Kind im Manne ...
Zündeln geht immer und fast überall. Zumindest in der Feuerschale oder dem Hobo.
Mal schaun ob ich das WE auch mal wieder aufs Wasser komm....bin nicht so sportlich wie du...eher der Binsenbummler und Fotografierer :-)
Jetzt mit dem neuen alten G... Mo.... 470 den ich ergattert habe geht das noch besser, ist auch nicht so empfindlich.
Der Trend geht zum 2. 3. 4. Boot :-)
Viel Spaß auf dem Wasser
Hans
#213 RE: Bergfahrt 25. / 2016

25. Bergfahrt
Böen, Schaumkronen.. eisige Hände, aufgeben?
Mittwoch, 16. März 2016, 4 Grad Plus, eilige Wolken durchs Blaue, Pegel 201 cm.
Nachdem ein Feuerstarter aus einer Toilettenpapierrolle, Kerzenwachsresten, Sägespäne und etwas Magnesiumspäne entstanden ist, ging es damit Richtung Fluss.
Bergauf glitt das Kanu über die gekräuselte Wasseroberfläche mit dem Ostwind als Verbündeten zügig voran. Ein schönes Gefühl als über einem welligen See zu paddeln kam auf. Zwei Flussquerungen vermittelten nun endlich das der Wind es in sich hatte, ein paar gröbere Wellen gab es mehr in Flussmitte noch dazu. So unbekannt war dieses ja nicht mehr, davor knipste ich noch ein Foto. Mehr Zugaben sollte es noch später geben.
Am Ziel angekommen, schlugen Versuche fehl mittels Zündfunken den Feuerstarter anzubrennen. Ich dachte durch die Magnesiumspäne würde dies geschwinder gelingen. So nahm ich ein Sturmstreichholz und es funktionierte. Der gute Wind hatte dabei gute 7 m/ s auf dem Zeiger. Irgendeine Wirkung der Magnesiumspäne erkannte ich leider diesmal nicht, der Feuerstarter brannte gute 15 Minuten, plus.
Nach einem heißen Tee und Begutachtung der Wasseroberfläche stellte ich meinen Schiebesitz auf Kringel bzw. Gegenwindeinstellung ein. Während der Talfahrt wurde das Kanu durch Seitenwinde aus Nordost mit weit über 10m/s nahe zu den Baum und Strauchhindernissen hingeschoben. Es musste arg am Paddel gearbeitet und getrickst werden. Der Wind war plötzlich so eisig an den Fingern zu erfühlen, dass ich mich an halb erfrorene Finger vom Motorradfahren zurück erinnerte und es fühlte sich auch so an. Glücklicherweise hatte ich meine Fahrradhandschuhe fürs paddeln in der Westentasche und konnte nach dessen anlegen so etwas das Kältegefühl gedanklich lindern. Nun kamen noch vereinzelnde Schaumkronen dazu und die Finger wurden noch tauber. Stellenweise bewegte sich mein Kanu nicht von der Stelle. Kurz kam mir in den Sinn am Ufer anzulegen und die verbleibenden 700 Meter zum Ziel über Land zu gehen. Es folgte eine Abfolge von raschen harten Paddelschlägen, die irgendwann das Gefühl und die Wärme in die Finger zurückbrachten. Bei den raren Flauten konnten gute Meter gewonnen werden. Am Ziel angekommen, stellte sich Zufriedenheit ein.
Grüße von der Donau oder von daneben
Mike

26. Bergfahrt
Bergfahrt Richtung Haustür
18.März, am frühen Abend, Pegel 194 cm. Auf dem Hinweg zum Fluss wurde in den Parks und an den Ufern der Donau süßes Nichtstun unter der Sonne entdeckt. Für mich ein Grund den zuneige gehenden Tag mit paddeln ausklingen zu lassen.
Auf meiner Bergroute wurde ich überrascht, weil zwei Krähen mich so nahe heranpaddeln ließen. Ihr Interesse war mehr Richtung Uferböschung gerichtet. Plötzlich tauchte ein winziges Entchen vor meinem Bug auf und tauchte wieder ab. Die zwei Krähen suchten gierig nach dem Gelege. Einen Jagderfolg sah ich nicht. Voriges Jahr sah ich einmal an einem anderen Ort, wie eine Krähe ein Eichhörnchen aus seinem Kobel in die Bäume vertrieb und versucht hatte, das junge Eichhörnchen aus dem Maul der Mutter abzujagen.
Der Durchmarsch durch das Joch der Eisenbahnbrücke wurde von schleppender Natur geprägt. An der späteren folgenden Donaubühne war reges Treiben, sodass ich zügig vorbeiglitt. An der Konrad- Adenauer- Brücke angelangt, scheiterten zwei Versuche hindurch zu paddeln. Dieses Unterfangen war ziemlich heikel. Die knapp straff überspülten Wackersteine sind nicht zu unterschätzen. Endlich kam mir in den Sinn, das bei diesem Pegel ein zäher Durchmarsch für mich dort nicht möglich ist. Nur gut, das eine zweite mögliche Alternative auf der gegenüberliegenden Flussseite, dem Nordufer noch zur Verfügung stehen sollte. Um dorthin zu gelangen, mussten drei Stromzungen überwunden werden. Diesseits angelangt, ging es Stück für Stück durch das Fahrwasser unter dem Brückenjoch hindurch; ständig auf der Hut, das versteckte Metallbügelgestell nicht für mich zum Verhängnis werden zu lassen. Bei nächster Gelegenheit (flacher Pegel) werde ich dieses vom Ufer aus versuchen zu bergen.
Nach dieser Hürde wurde der Kurs wieder zurück Richtung Südseite eingeschlagen. Dort unweit der Konrad- Adenauer- Brücke, ist eine Bucht, die von natürlicher Art geprägt ist. Dort verschnaufte ich in der Vergangenheit oft im Kanu sitzend, legte dort aber nie für einen Ausstieg an. Diesmal entdeckte ich noch zwei Biberröhren an dem steileren Uferabschnitt. Unweit davon legte ich an und stieg erstmalig aus. Mein Reservepaddel diente gut als Steighilfe nach oben.
Diese neue Anlegestelle ist für mich etwas Besonderes. Sekundär, kann dort unweit davon ein Döner... zur Stärkung erworben werden, wenn mir danach sein sollte. Primär, kann ich von dort aus meine Adresse in zwei Minuten erreichen. Mein Kanu kann ich auch leicht mitnehmen, es muss dann halt nur auf dem Balkongeländer abgelegt werden. Neue Möglichkeiten tun sich somit auf
Grüße von der Donau, oder nicht weit weg davon
Mike
#215 RE: Bergfahrt 27. / 2016

#216 RE: Bergfahrt 27. / 2016


War auch spaßig und schön Hans, siehe Text
21. März, Wolkig, rare Sonnenfenster, Pegel 187 cm.
Vor etwas über einem Jahr bin ich schon einmal mit diesem Kanu Fremd gegangen, diesmal mit Begleitung. Meine Tochter amüsierte sich köstlich, weil ich das schwere Boot auf einer „Rostlaube“ wie sie sagte, zum Wasser beförderte. Der handelsübliche Bootswagen aus Alu machte einen neuwertigen Eindruck. Die Luftbereifung pumpte ich vorher noch kurz auf. Der Bootswaagen zog während der Portage ständig nach rechts, weil das rechte Rad an deren Achse verbogen war. Dieser Bootswaagen wurde sicher oft überbeansprucht. Das Boot glitt öfters herunter, ein Gurt wäre angebracht gewesen. Diese Action zum Fluss wurde als eine Art Frühsport abgetan.
Auf dem Fluss ging es im Schneckentempo unseren Ziel entgegen, hier und da war ich ja meinem Gast Erklärungen schuldig. Gut angelandet wurde sofort die Feuerstelle eingerichtet. Ein neuer Feuerstarter mit eingelassenem Sturmstreichholz wurde nur Mittels Zündfunken rasch entfacht. Beim sofortigen Holzbeschicken viel leider ein Stück Holz auf die noch winzige Flamme. Der Feuerstarter gab den Geist kurz auf. Ein erneutes Entfachen mittels Sturmstreichholz lies den Feuerstarter sofort gut lodern. Meine Tochter fand es sehr peinlich, weil ich ein Streichholz und keinen Zündfunke dafür benutzte.
Ursprünglich war Stockbrot geplant. Der Teig wurde mangels zusätzlicher Mehlreserve so klebrig, das es ein lustiger Akt wurde den Teig über die Stöckchen zu wickeln. Zu guter Letzt griff ich mit verkleisterten Händen zur Muurikka und beförderte den Teig dort hinein. Dieses fand meine Tochter wieder einmal sehr witzig. So wurde das Ergebnis auch noch sehr lecker.
Irgendwann wurde es wieder Zeit aufzubrechen, weil das Wetter umschlug. Eine Plane als Wetterschutz war mit in der Tonne, die aber auf ihren Einsatz noch warten musste.
Grüße
Mike

28. Bergfahrt
27.03. 2016, letzter Tag der Winterzeit und Vortag zum Ostermontag, Pegel 197 cm. Begegnung mit einem Eisvogel und einem Osterhasen; nein letzteres war ein Kaninchen was der Uferböschung hinaufhoppelte.
29. Bergfahrt
Dienstags nach der Mittagsstunde am 5. April. Der Pegel betrug wie am Tag zuvor 197 cm, Luft gute 18 Grad, Himmel anfangs blau bis verdunkelt durch dem Saharawind, Wassertemperatur 12 Grad. Schön wieder im Kanu zu sitzen. Das sprießende grün ist im Gange, Frühling. Bachstelzen sind zurückgekommen, sie mögen die Nähe zum Kanu, ein Eisvogel wurde auch gesichtet.
30. Bergfahrt
Es ergab sich gegen Abend noch einmal auf der Donau zu paddeln. Mittags paddelte ich nur bis zur Schillerbrücke. Abends landete ich oben unterhalb der Staustufe an. Die Durchfahrung der Konrad- Adenauer- Brücke linker Hand wurde zu heikel und musste abgebrochen werden. Ein Kajak als Begleiter kam dort ebenfalls in Schwierigkeiten. Wohl fühlte ich mich trotzdem im Kanu, meine Begleitung im Kajak nicht.
Unterhalb des oberen Donaustrandes wurde eine Mini- Stromschnelle ausgemacht. Das Wasser floss zügig über die Untiefen hinweg, davor wurde rechtzeitig angelegt. Das Kajak kehrte sofort wieder um. Ich legte am Ufer für eine Pause an, dabei entdeckte ich einen leblosen Fisch, wahrscheinlich eine Barbe. Die Talfahrt wurde anfangs easy, mittendrinn kam Gegenwind aus Ost auf, zum Endspurt verdrückte sich der Wind.
31. Bergfahrt
Sonntag, 10. April, Pegel 190 cm. Kurzärmelig wurde ohne Schnickschnack die knapp vier Kilometer bergauf gepaddelt. Dabei wurde eine Bisamratte ein kurzer Begleiter, die Bachstelzen hatten mehr Ausdauer. Im saftigen grünen Flussgras wurde ein lebloser Kormoran entdeckt. Ab und zu wurde Zunder von den hinabragenden Ästen gepflückt, Überbleibsel von höheren Pegelständen ist dies zu verdanken. An dem diesmal belebten Donaustrand umfuhr ich die Stromschnelle, um die Mündung der Fischtreppe als natürliche Grenze mir zu Nutze zu machen. Oberhalb davon angelangt, wurde diese Art Zunder gleich ausprobiert. Zündfunken entfachten dieses Zundermaterial für ein paar Momente.
32. Bergfahrt
Dienstag, 12. April, Titanic- Gedanken streiften mein Gedächtnis. Beim Griff zum Kanu stieß ich mich an meine Rübe, eine schöne Beule. Der Pegel betrug an diesem frühen Abend etwas über 190 cm, der Himmel schön blau, die Sonne bedeckte das Nordufer. Während der Fähre vom Südufer zum Nordufer wurde mein Kanu gut übersteuert, schwierig den optimalen Kurs zu halten. Grund war die Sitzverstellung bis nach vorne, die dem anströmenden Wasser gute Angriffsfläche gewährte. Dieses wurde für eine Serie von Axel´s gleich ausgenutzt. Trotz monatelanger Vernachlässigung dieses Manövers wurde ich von den positiven Ergebnissen überrascht.
33. Bergfahrt
Mittwoch, 13. April nach der Mittagsstunde, Sonnig, Pegel über 190 cm. Mein Piper Paddel kommt wieder zum Einsatz, genau das Richtige wenn man es mit dem Paddel und Kanu nicht übertreiben möchte, ein Genuss. Zwei Schwäne an dem ersten Donaustrand. Etwa eine Stunde nach dem Donauabstecher schlug das Wetter plötzlich um, es gab Regen und Gewitter, die sinkenden Temperaturen verlangten den Griff zur Jacke. Schön zu wissen, das Schönwetterfenster genutzt zu haben.
34. Bergfahrt
Donnerstag, 14. April, Mittagszeit, Heiter bis wolkig bei 14 Grad, Westwind 5 m/s, Pegel 197 cm. Vom Einstieg aus konnten verteilt von West nach Ost neun Schwäne ausgemacht werden. Mit vorderster Sitzeinstellung gegen den Strom und Wind, ein gutes Mittel bei Gegenwind. Der Bug ist sehr Strömungsanfällig an den Brücken zu erfahren, glücklicherweise ging mir der Bug nicht verloren. An der Donaubühne legte ich diesjährig erstmalig zu einem Landgang an.
Auf Talfahrt über Verschneidungen und Wirbel möchte mein Bug gerne ausreisen, mein Trimm ist dafür auch sehr anfällig. Ich kann mir gut vorstellen, dass ein Kanu so leicht querkommen könnte. Ohne Gegenmaßnahmen am Paddel würde dies auch geschehen. Diesmal gab es nach dem Donauabstecher einen kurzen Schauer, das Wetter wurde danach wieder schöner. So konnte ich gegen Abend mit meinem Motorrad zwei Erkundungsfahrten an Flüssen unternehmen, ein schöner Abschluss des Tages.
35. Bergfahrt
Mittwoch, 20.04. 2016, Talfahrt sowie Bergfahrt bei 268 cm mit modifizierter Schwimmweste. Die Bergfahrt erforderte gute Trimmung gegen den Wind bei sonnigem Wetter. Gute zehn Flusskilometer sind so zusammengekommen. Bilder wurden aus technischen Gründen keine gemacht. Ein Eisvogel und mehrere Schwäne wurden gesichtet. Schön war´s.
36. Bergfahrt
Freitag, 22. April, Sonnig, Pegel 233 cm. Auf dem Weg zum Einstieg begrüßte mich erstmals ein Rehbock direkt hinter dem Bootshausgelände. Auf zur Eisenbahnbrücke! Dort angelangt schauten die seitlichen Ausläufer der beginnenden Stromzuge verdächtig hoch aus. So tänzelte mein Kanu dorthin und fuhr darüber hinweg, um im Strom guten Kiel zu fassen. Die Abfahrt mit Schwung wurde gleich für ein einfahren in eine Parklücke genutzt. Dieses musste gleich noch einmal wiederholt werden. Nix verlernt dachte ich. Zufrieden paddelte ich den ersten Donaustrand für eine Pause an. Die zuvor von zwei Schwänen besetzte Bucht gehörte plötzlich mir, alles Banane.
37. Bergfahrt
Sonntag, 24. April, Sonne, Pegel 226cm, kalte Schneeluft aus West bei drei Grad plus. Ungewohnt, weil die Sonne im Rücken steht, es ist auch gegen neun Uhr morgens. Ein treibender Fisch kreuzt meinen Bug, die Bachstelzen sind lebendiger. Die Sonnenstrahlen wärmten nicht wirklich, Handschuhe wurden wieder einmal angelegt. Eine kurze Pause an Land, dabei kündigte sich eine Wetteränderung an, eine Stunde später vielen die ersten Schneeflocken.
38. Bergfahrt
Freitag 29. April, später Nachmittag . Die vergangenen Tage blockierten zeitbedingt auf der Donau zu paddeln, bei schönerem Wetter sicher tragischer.
Anfangs paddelte ich gegen die Sonne und den Strom. Wetterbedingt war mehr Betrieb an den Ufern zu erwarten. So kehrte ich Richtung Osten um und fuhr bei leichtem Gegenwind ein paar Kilometer bergab. Ein Tipi aus herabfallenden Ästen hat sich von selbst errichtet, ein schönes Zeichen; passt zum Tipi Tarp - Aufbau vor wenigen Stunden. Irgendwann eine Pause an Land. Danach kehrte ich um und paddelte in den Sonnenuntergang hinein. Eisvögel und Biber spielten gerne Katz und Maus. Schöne Stunden auf dem Wasser.
Grüße Mike
#219 RE: Bergfahrt 39 - 44 / 2016

39. Bergfahrt
Montag 2. Mai, Mittagszeit. Spontan und aus Lust und Laune wurde mein Paddel aus Potsdam nach längerer Pause in die Donau hineingetaucht. Vorab dachte ich, dass ich mit dem Paddel einiges an Eingewöhnung benötigte. So kam es zu zwei Überraschungen. Die erste war; das ich mit dem Paddel sofort ein schönes Gefühl in der Handhabung während des Beschleunigens des Kanus erfuhr. Die zweite Überraschung wurde eher Richtung negativ. Nach wenigen Minuten versetzte ich das Kanu schräg Richtung Ufer. Dieses ging anfangs ganz gut mit dem Paddel als Seitenflosse gegen den Wasserdruck zu halten. Auf den letzten Metern rutschte mein langes Paddelblatt glatt unterm Kiel und brachte kipplige Unruhe ins Boot. Glücklicherweise ist keine unglückliche Kette daraus entstanden. Dies zeigte, dass mit Werkzeug trotz sicheren Gefühls, weiterhin konzentriert gewerkelt werden sollte. Beim folgenden Anlauf wurde kräftiger dagegen gehalten.
Später wurde die Zufahrt unterhalb der Schillerbrücke angesteuert, die die Feuerwehr gerne als Einsetzstelle für ihre Boote benutzt. Die immer wieder interessanten Verhältnisse dort in Form von Wirbeln, Pilzen, der guten Strömung, wurden gleich für Kehrwassermanöver ausgenutzt. Dabei war wieder einmal ein komisches Gefühl zu erfahren, weil beim eindrehen die Pilze und Wirbel plötzlich dort auftauchten, wo vorher noch glattes Fahrwasser vorzufinden war. Ist zwar nicht weiter tragisch und bekannt; sollte aber nicht zu arg unterschätzt werden.
Dort in diesem Kehrwasser kam mir eine Geschäftsidee. Ich könnte dort einen Bratwurststand für Kanudurchreisende aufmachen und Thüringer Rostbratwürste mit Born Senf verkaufen
Diese ideale Anlegestelle, die nur einen Steinwurf zum Donau City Center entfernt liegt, könnte optimal für das Einkaufen von Proviant und Kleinkram benutzt werden. Apotheke und Ärztehaus sind dort auch anzutreffen. Eine nähere Gelegenheit für dies und das von der Donau aus gibt es in Ingolstadt nicht.
40. Bergfahrt
Mittwoch 4. Mai, Pegel 224 cm, Sonnig, Westwind. Diesmal kam es zu einer spontanen Ramadama – Aktion. Meine Tochter war an diesem Tage über die Schule an einer offiziellen Ramadama – Aktion beteiligt. So wurde ich wohl im Unterbewusstsein zusätzlich motiviert, als Einzelkämpfer an den Ufern der Donau tätig zu werden. So ging es über Wasser mit Harke und Behältnis zu den mehr oder weniger schwer zugänglichen Ufern. Beim ersten Streich musste angelandet werden. Eine Einkaufstüte voller Lumpen, mehreren verrostete Dosen, die einst in einer Feuerstelle mit deren Inhalt erhitzt wurden und anderer Unrat, landeten ins Kanu. An weiteren Stellen wurde ein Fahrradritzel mit einer Kurbel, eine Art Schaltkasten und anderer Müll geborgen. Nach dem entsorgen war ich zufrieden, aber mich wurmte es weiter, weil einige Behörden weiterhin untätig in dieser Richtung bleiben.
41. Bergfahrt
Vatertag, Donnerstag 5. Mai, Pegel wie am Tage zuvor. Wassertemperatur 12,9 Grad. Nach dem Einsetzen ein Kanu voraus auf Talfahrt, eine seltene Begegnung. Die Besatzung war auf Vatertagtour. Mein Ziel sollte die Staustufe werden oder vielmehr kurz davor. Die Durchfahrung der Eisenbahnbrücke wurde auf allen Routen unmöglich und dadurch mit abenteuerlichen Kehrwasserfahrten, Fähren, in flotter Strömung begleitet. Einmal hatte ich mein Kanu dabei kurz verloren. Die Strömung drückte das Kanu gut schräg unter der Brücke Richtung den knapp überspülten Wackersteinen. Dort war ich kurz zum nichts - machen - können verurteilt und hoffte nur, das beim eindrehen das Kanu sich nirgends verhakte. So stieg ich nun doch freiwillig aus und trug mein Kanu der steilen Uferböschung hinauf. Dieses ausbooten war für mich das zweite Mal unter der Eisenbahnbrücke. Nach guten 150 Metern über Land, bekam mein Kanu wieder Wasser unter seinem Kiel. An der Konrad- Adenauer – Brücke war nach einigen versuchen auf den gewohnten Routen ebenfalls kein Durchkommen möglich. So versuchte ich das mittlere Joch an der Brückenpfeilerwand zu durchpaddeln. Diese Route hatte ich bis dato erst einmal bei 20 cm weniger Pegel erfolgreich bestritten. Eigentlich schaut es nahezu unmöglich aus, aber es ging irgendwie trotzdem. Nach dieser Hürde wurden die letzten knappen 1000 Meter mit entspannten Paddeln im stillen Fahrwasser nahe am Ufer belohnt. Am Ziel gut angekommen, wurde es nach einer kurzen Pause unter der Sonne auf einmal wieder windiger. Es wurde auch wieder Zeit aufzubrechen, ein schöner Vormittag.
42. Bergfahrt
Samstag 7. Mai, Pegel 200cm. Das sonnige Wetter am Vormittag konnte für einen Abstecher zur Donaubühne und ein Stück darüber genutzt werden. Auf Talfahrt klinkte ich mich noch in das rechte Kehrwasser unter der Eisenbahnbrücke ein, um eine eigene Lernzielkontrolle durchzuführen. Sie stellte mich pegelbedingt etwas zufrieden.
43. Bergfahrt
Früher Vogel fängt...
Muttertag, Sonntag 8. Mai, Pegel 193 cm, frühsommerliche Temperaturen. Früher Vogel fängt den Wurm; und dies konnte auch sehr oft an den Ufern unter Zwitschern beobachtet werden.
Am Ufer plötzlich ein Kaninchen, eher selten diese Begegnungen vom Kanu aus. Im benachbarten Klenzepark sind Wildkaninchen öfters zu sehen. Bei den gesamten Bergfahrten hatte ich vom Kanu aus keine Handvoll Wildkaninchen gesichtet. Nicht weit weg davon wurde ich diesmal überrascht, weil mich ein Kaninchen aus einem Kaninchenbau, was am Ufer zu sichten war, angeschaut hatte. Über Monate hatte ich gedacht, dass diese Höhlen von Wühlmäusen errichtet wurden. Nun wurde es mir klar, es handelt sich um eine Kaninchenkolonie. Der Boden ist dort furz trocken und das Wasser kommt nur bei sehr hohen Pegel dort hin. Schade dass das Kaninchen sich verdrückt hatte, wo ich ein Foto knipste.
Absicht war wieder einmal die knapp vier Kilometer hoch zu paddeln. Die Konrad- Adenauer- Brücke wurde wieder mittig wie beim letzten Mal durchpaddelt. Pegelbedingt war es diesmal eine Idee einfacher. Die Schwierigkeiten bestehen darin, dass beim vorwärtspaddeln nicht zu schräg abgekommen werden sollte, um nicht auf straff überspülte Wackersteine aufzulaufen und zu kentern. Kontrolliert ab und zu quer kommen muss aber auch sein, um überhaupt vorwärts zu kommen.
Am neuen Pegelhaus, das alte ist das kleinste Museum von Ingolstadt, trieb voraus etwas im Wasser. Es stellte sich heraus, dass das Wasserwirtschaftsamt eine Schwebstoffmessung mit diesem an einem Stahlseil gesicherten Kasten gegenwärtig durchführt. Eine eher seltene Krickente war nicht weit weg davon zu beobachten.
Nicht viel später auf einer alten verfallenen Steinbuhne, spielten zwei Eichhörnchen neben einer davon unberührten einsamen Ente herum. Noch während der Beobachtung aus der Ferne ergriffen sie die Flucht. Trotz des frühen Morgens war der Donaustrand von drei Besuchern behaftet. Dies war ein Grund dafür oberhalb der Fischtreppenmündung anzulegen. Dagegen hatte ich nix, weil die Anlandung dort sich für anspruchsvoller wie so oft gestaltete. Nach dem Landgang stellte ich meinen Schiebesitz um, weil der Wind aus Ost auffrischte, gute 6 – 7 m/s wurden gemessen. Die Talfahrt mit dem Strom und gegen den Wind wurde fixer wie angenommen. Ich glaube, dass in dieser Richtung die gemachten Erfahrungen bei Wind, einen guten Anteil dafür mit beigetragen hatten. Mit dem C- Schlag bin ich bei Wind diesmal gut weggekommen.
44. Bergfahrt
Dienstag, 10. Mai 2016. Gut durchgetaktet bergauf bis zur Staustufe bei einem Pegel von 189 cm, danach ging es weiter hinaus. Kurz nach dem lospaddeln schwamm etwas Putziges mit braunem Fell im Wasser. Entweder war es eine Bisamratte, eine Schermaus oder... Ein Kaninchen schaute wieder schüchtern aus seinem Bau, später wurde eines beim sich putzen in der Sonne überrascht. Wieder neben den bekannten Enten eine einzelne Krickente. Nach dem umsetzten weiter über den welligen Donaustausee, der leichte Rückenwind kam dem Tempo zugute. Insgeheim hoffte ich, dass der Wind nicht zunahm, an das zurück musste ja auch gedacht werden. Die bekannte Vogelinsel war wieder sehr belebt. Irgendwann wildes Ufer, einzelne Inseln mitten im Fluss, ein schöner Anblick. Gut überrascht wurde ich durch eine Behausung mit Feuerstelle an einem mehr oder weniger versteckten Plätzchen. Nicht weit weg davon im verborgenem an einer mit Moos bedeckten improvisierten Sitzmöglichkeit, bereitete ich mein Mittagessen zu. Leider wurde ich doch an solch einer abgelegenen Stelle vom versteckten Müll überrascht. Kurz vor dem Aufbruch füllte ich meinen Müllsack. Beim zurück paddeln wurde noch eine größere gefüllte Tüte mit Müll aufgefischt. Später auf Portage an der Staustufe stellte ich fest, dass ich mehr Ballast an Müll, als an Gepäck mitführte. Eine Flaschenpost ging vom Stausee auch noch mit an Bord. Auf dessen Nachricht stand; dass ich ein Glückspilz sei und ein Geschenk an die angegebene Adresse schicken sollte, na toll. Zu guter Letzt verfolgten mich die Regenwolken, sie bekamen mich aber nicht. So sind über 16 Kilometer zusammen gekommen und neues wurde entdeckt. In absehbarer Zukunft steht eine Übernachtung auf dem Programm, ich möchte ja etwas höher hinaus.
Grüße von der Donau Mike

#221 RE: Bergfahrt 44 / 2016

#222 RE: Bergfahrt 45 - 47 / 2016

45. Bergfahrt
Nach einer Zwangspause endlich wieder auf dem Fluss, vielleicht auch gut so gewesen.
So wurden in diesem Leerlauf Fähigkeiten und Fertigkeiten u.a. in Zunderbeschaffung und Feuermachen wieder geübt, als Nachtisch gab es einen Fichtennadeltee. Irgendwann werden diese Soft- Bushcraft- Geschichten für zukünftige Kanutouren fernab doch noch gebraucht?
21.05.2016, Pegel 213 cm, heiter bis Wolkig, gute zweistellige Temperaturen.
Auf Bergfahrt ein größeres Schlauchboot der Wasserwacht auf der Überholspur. Die ankommenden Wellen bereiteten mir keine Sorgen, sie wurden eine willkommene Zugabe.
Die Wasserwacht / Feuerwehr ...hatte in der nahen Vergangenheit einiges zu tun, an, auf und über der Donau. Am 3. Mai wurde eine stark unterkühlte Frau nahe Mailing(gehört zu Ingolstadt) aus der Donau gerettet. Ein Kanufahrer aus dem Landkreis Mühldorf am Inn, hatte sie zufällig (kaum Verkehr auf der Donau) gesichtet und durch seinen Notruf ihre Rettung eingeleitet. Ein Rettungshubschrauber war auch beteiligt.
Nach wenigen Tagen am 12. Mai, fanden Kanufahrer nähe Großmehring einen Körper in der Donau, der schon sehr lange im Wasser zugebracht haben soll. Anfangs kam die Autobahnbrücke über der Donau bei Ingolstadt versehentlich bei den Meldungen mit ins Spiel. Einige vermuteten dass ich Retter oder Finder wäre, dies war aber nicht der Fall. Ganz abwegig war dies nicht, weil in letzter Zeit ich dort oft unterwegs war.
Auf späterer Talfahrt lies ich mich einfach treiben, dazu setzte ich mich in die Bilge auf den Hosenboden und machte es mir mit einer Cola gemütlich. Kurz vor dem Ausstieg raffte ich mich wieder nach oben. Dabei stellte ich fest, dass ich eine Zeit lang brauchte, mich wieder an den gewohnten Focus zu gewöhnen. Die hohe Aussicht auf das Wasser war anfangs etwas gewöhnungsbedürftig.
46. Bergfahrt
Feuer an Bord und Sturmleiter
Dienstag 24.05. 2016, später Nachmittag, etwas über 10 Grad, sehr sanfter Nieselregen, Pegel 234 cm.
Eine Talfahrt als Treibgut im gesprächigen Trio. Grund: zwei Kajaks hatten sich Backbords und Steuerbords angedockt.
Kurz Feuer an Bord, Feuerstahl und Zunder waren die Schuldigen. Es wurde nun Zeit umzukehren für die Bergfahrt gegen den leichten Wind und den stetig spürbaren steigenden Pegel. Jenseits am Ufer wurde eine Leiter sichtbar, während der Talfahrt wurde die Leiter wohl übersehen oder wurde gerade angelegt. Die Neugierde zog mich dahin, die zwei Kajaks paddelten weiter.
Diese Art Sturmleiter am Ufer war mit Leinen gesichert, dahinter ein aufgeräumtes schönes Plätzchen. An einem umgebrochenen Baum, der die Westgrenze des Verstecks bildete, waren frische Biberspuren sichtbar. Nach dessen kurzen Sichtung vom Kanu aus ging es wieder weiter.
Nach drei Paddelschlägen plötzlich ein wüstes Knacken im Gebüsch. Kurz täuschte ich mich durch dessen Größe ein Wildschwein zu erkennen, war dann doch ein Riese von Biber geworden der sich ins Wasser gleiten ließ. Einige stattliche Biber hatte ich ja schon in der Vergangenheit gesehen, dieser hatte fürchterliche Ausmaße. Eine vielleicht abgesehene Übernachtung eines Unbekannten sollte dort spannend werden.
Weit voraus waren noch die Kajaks sichtbar. Auf dem treibenden Flussgras in Ufernähe tanzten Bachstelzen. Das Flussgras behinderte etwas das Paddeln. Erstaunlich stellte ich fest, dass zu den Kajaks stetig aufgeholt werden konnte. Sie hatten wohl mehr Probleme mit dem Flussgras und dem steigenden Pegel, ich fragte aber auch nicht nach
47. Bergfahrt
Geplant war zum AOC- Treffen zu fahren, leider gelingt es wieder nicht.
Donnerstag am 26. Mai. Nach dem Mittagessen und Abwasch öffnete sich ein Spalt im Zeitfenster für einen kurzen Abstecher auf die Donau. Der Pegel war vormittags noch um die 240 cm, nachmittags 236 cm. Die Temperaturen, weit über 20 Grad.
Auf dem Weg zum Fluss waren die Wegesränder wieder von weißer Samenwolle bedeckt. Die Samenwolle, eine Art Wattekonstrukt beherbergt die winzigen Samen, z. Bsp. der Graupappel. Der Wind besorgt so die Samenverbreitung. Auf dem Fluss kam nun eine Art Wattewölkchen von Samenwolle entgegengeschwommen. So fischte ich diese auf und versuchte dieses mit einem Zündfunken zum Brennen zu bringen. Beim ersten Versuch fing es an den trockenen Stellen zu lodern an, zwar kurz, aber ausreichend um anderen Zunder damit in dessen Brisanz zu verstärken. So hatte ich schon wieder Feuer an Bord. Es musste zumindest diesmal nicht von Hand gelöscht werden.
Zuvor am Einstieg lag ein kurzes Kajak mit Luftkammern, kein Supermarktartikel. Ich nahm an, dass es von einem Durchreisenden wäre. Später war zu sichten, dass dieses Kanu nicht talwärts, sondern bergauf seinen Kurs bestritt. Augenblicklich sichtete ich noch einen Talfahrer voraus mit einem langen Faltkajak, sein Ziel war Vohburg. Das kurze Faltkajak arbeitete sich sichtlich träge gegen die Strömung voran. Nach meinem Zündeln besuchte ich die Einstiegsstelle (Feuerwehr) unterhalb der Schillerbrücke (Bratwurststand). Dort im Kehrwasser, was einen pegelbedingt durch den Sog anfangs Richtung der befestigten Einfahrt riss, wartete ich auf das Kajak. Die zehn Minuten Wartezeit wurden für Kehrwasserausfahrten und Einfahrten genutzt. Die Ausfahrten in straffer Strömung, die Einfahrten waren mehr ein Einfahren in Verschneidungen, Pilze und Wirbel. Darüber wurde das Kanu auch gewendet, weil das Kehrwasser dort schon zu Ende war. Dies stellte wie schon so oft eine Art Herausforderung dar. Das eigentliche Kehrwasser konnte lagebedingt nicht immer klassisch angefahren oder getroffen werden, weil dafür vorher ein weiter nach oben paddeln nötig gewesen wäre, oder man kommt als reiner Talfahrer dort angeflogen.
Nach den Geschichten kam das Faltkajak an. Wir hielten längeren Smalltalk ab. Danach drehte ich ab, das Kajak verweilte noch etwas dort vor Ort. Später auf dem Heimweg begegnete ich noch einmal dem Kajakpaddler an seinem Mountainbike, mit seinem Kanu in einer kleinen Tasche, die leicht geschultert werden konnte.
Grüße Mike
#223 RE: Bergfahrt 48 - 49 / 2016

48. Bergfahrt
Sonntag 29. Mai, Pegel ebenfalls 236 cm. An diesem Vormittag nach dem frühen Frühstück besuchte ich das Räuberleiterversteck was ja letztens entdeckt wurde. Das Versteck werde ich nicht das letzte Mal besucht haben. Zuvor flog ein Fischreiher ab, leider nicht auf dem Bild zu sehen, ich war mir fasst sicher ein Bild davon gemacht zu haben. Auf dem Rückweg tauchte mein Kanu kurz noch in einen Kanal hinein, der gut verstopft und zugewachsen ist. Die Wettersausichten versprechen hohe Pegel.
49. Bergfahrt
Kein Kindergeburtstag für elf Minuten!
Kindertag, Mittwoch 1. Juni 2016, Pegel 236, nein 336 cm steigend. Es war gut warm, windig und der Pegel nicht niedrig. Nach anfänglichem Zögern, weil hoher Pegel und böiger Wind mit weit über 5m/s noch aufmarschierte, landete ich doch noch auf der Donau. Keine zehn Sekunden auf dem Fluss und ich hörte ein komisches brummendes Geräusch. So dachte ich, es stamme von der naheliegenden Autobahnbrücke. Nein, siehe da ein großes M- Boot von unseren Streitkräften mit seinem markanten rechteckigen Bug stampfte träge der Donau hinauf. Die daraus folgenden Bugwellen und Heckwellen ließen nicht lange auf sich warten. Deshalb versuchte ich noch rasch Meter gut zu machen, um in eine gute Zone weitab von Strauch und Baumhindernissen zu gelangen.
Nun wurde böiger Wind, Wellen vom Wind, hoher Pegel, straffe Strömung, und Wellen vom M- Boot beschert; nix unbekanntes. Nur dieses alles auf einmal, das könnte zu viel des Guten werden?
Gut, die Wellen wurden abgeritten, wenige Meter wurden förmlich erobert, um dann doch festzustellen, das teilweise nur auf der Stelle hin und her geschaukelt wurde, mit Kurs auf das naheliegende Ufer, das teilweise genug Fangklauen bereithielt. Kurz wurde mit dem Paddel das Kanu über die Donau mit Seegang gehebelt, was wirklich Spaß machte. Wenige Meter wurden so erklommen. Nun musste ich mir doch eingestehen, hier abzubrechen. Auf der kurzen Talfahrt hüpfte das Kanu gut über eine kurze Wirbel und Pilz-zone, wo wenige Wellen sich an diesem Ort zusehends überschlugen. Darüber wollte und musste ich mein Kanu treiben, es machte dabei wirklich richtig Laune.
Eine noch nie zuvor erlebte Kehrwassereinfahrt wurde noch gefahren. Das interessante: Das Kehrwasser war sehr wellig und das Kanu glitt über den Wellenkamm in das Wellental beim eindrehen fix hinein. Kurz dachte und fühlte ich, dass der klassische Winkel und Ankantung des Kanus in solch einer Situation eher ungünstig oder es dafür kein besseres Mittel gäbe. Im Kehrwasser wurden daraufhin die Wellen abgeritten. Die Wellen liefen teils Richtung Breitseite, sind aber glücklicherweise unter dem Kiel durchgewandert. Neue Erfahrungen wurden wieder gemacht, kurz aber knackig.
Grüße von der Donau oder nicht weit weg davon Mike
M- Boot ist mit auf dem Foto noch zu sehen...
#224 RE: Bergfahrt 50 - 52 / 2016

50. Bergfahrt
Mike trifft wieder Mike
Sonntag 5. Juni 2016, Pegel steigend von 322 – 328 cm. Wassertemperatur 15,7 Grad, Lufttemperatur gegen 19 Grad.
Aufgrund des Zusammentreffens mit Mike verschob und verkürzte ich diese Bergfahrt gerne. Mike aus Übersee, ist oft die TID in Etappen hier und da mit seinem abenteuerlich zusammengeflickten, nein mit Tape zusammengehaltenen Faltboot gepaddelt. Diesmal hat er andere Pläne...
Mike half mir mein Kanu mit zur Einsatzstelle zu tragen. Er war sichtlich begeistert vom offenen Kanu. Am Fluss meinte Mike, die Strömung der Donau sei die des Yukon ebenbürtig. So legte ich ab und paddelte auf dem Yukon herum ;-). Der Pegel war nicht niedrig und bescherte wieder seit längeren höhere Aussichten zum Ufer.
51. Bergfahrt
Dienstag, 7. Juni. Donaupegel 326 cm, Paarpegel 63 cm.
Mike half mir wiederholt mein Kanu mit zur Donau zu tragen. Diesmal hatte ich etwas mehr Gepäck dabei, weil ich anfangs eine Talfahrt auf der Donau unternahm. Im Anschluss setzte ich in die Paar ein. Nach einem kurzen Paarteilstück setzte ich wieder in die Donau ein um wieder auf der Donau zurück zu paddeln. Grund dieser Tour war, zwei unmittelbare Zugänge zur Paar zu erkunden, um bei Sturm oder ungünstigen Wind den Stauseeabschnitt vor Vohburg zu um-paddeln.
Das Wiedereinfinden nach dem Paarteilstück an die Donau hatte schon etwas Beindruckendens. Der vorherige Wechsel vom Großfluss zum Kleinfluss und der anschließende Wechsel vom Kleinfluss zum Großfluss, lies die Donau plötzlich so mächtig und hell auf meine Sinne wirken. Noch nie hatte ich die Donau so breit und lang in diesem Moment erleben können.
Trotz des hohen Pegels ging es nicht schleppend voran. Die Windstille und der gelegentliche leichte Rückenwind im Wechsel konnte diese längere Bergetappe gut erträglich machen. Bei Gegenwind hätte dies im abrackern gegen die Elemente geendet. Natürlich musste das Kanu dabei auf Fahrt gehalten werden, um nicht zu viel neu Schwung zu holen. Die toten festgefahrenen Bäume im braungefärbten Fluss ließen meine Gedanken zum Amazonas wandern. Die Nibelungenbrücke und später die auftauchende Autobahnbrücke von Ingolstadt verlangten von den Sinnen die Entfernungen nicht zu ernst zu nehmen, um nicht in das Gefühl zu versinken in der Weite nicht voran zu kommen. Dazu braucht es Erfahrung, die ich glücklicherweise anderweitig erlangen konnte.
Kurz vor Ingolstadt passierte ich das kleine Versteck wo diesmal die Sturmleiter hochgezogen war und so ein anlanden fasst unmöglich erscheinen ließ. Etwa zehn Meter neben dem Versteck lag eine Person im hohen Gras und sonnte sich. Ich glaube fasst, dass derjenige das Versteck gar nicht vernommen hatte, sonst hätte er sich bestimmt dorthin auf die hergerichtete Fläche gelegt. Nicht weit weg davon sichtete ich erstmalig einen SUP- Paddler. So war wieder eine schöne Erkundungstour auf zwei Flüssen zu Ende gegangen.
Tourenbericht Donau - Paar - Donau: Donau – Paar - Donau
52. Bergfahrt
Freitag, 10. Juni. Pegel 397 - 401 cm. Geplant war nach der Mittagsstunde, die Donau bei diesem für mich noch nie im Kanu erlebten höchsten Donaupegel zu versuchen, so kam es auch. Auf dem Weg zum Bootshaus hielt ich an der Eisenbahnbrücke inne, um das Rauschen, die Wellen, die Brecher, die Stromzunge, die Kehrwasser...und die straffe Strömung zu bewundern. Der Abschnitt Eisenbahnbrücke über Schillerbrücke und etwas dahinter schaut für mich zumindest bei hohem Pegel immer wieder spektakulär aus. Der Wechselsprung mit Stromschnelle ist sicher mit WW 2 zu bewerten.
Im trüben Fluss eingesetzt ist die Aussicht vom Kanu zum Ufer wieder hoch, sehr hoch. Bei einigen Bäumen sind die Baumstämme gut unter Wasser, ganze Hecken verschwunden. Äste oder umgefallene Bäume, wo sonst darunter entspannt hindurchgepaddelt wurde, sind nun in Griffweite oder sie liegen im Fahrwasser. Unerwartet konnte doch ohne größere Probleme den Hindernissen ausgewichen werden. Die Hindernisse, die mich sonst bei Hochwasser ärgerten, waren entweder verschwunden oder einfach verschluckt.
Durch das Gefahrenpotenzial verzichtete ich lieber auf ein paar Schnappschüsse mehr. Am alten Unterschlupf konnte man direkt anlegen, früher ging es dort einige Meter hinauf. Umso näher die Schillerbrücke ertastet wurde, rauschte es mehr in den Ohren, das Wasser unruhiger und unberechenbarer. Ein paar Tropfen Wasser besuchten das Innere vom Boot. Plötzliches unheimliches Gurgeln an den Ufern, die die Wellen verursachten, ließen mich einmal gut zusammenzucken. Unterhalb der Schillerbrücke gut angekommen und angelegt, dachte ich: Für heute sollte es unter diesen Umständen gut sein!
Danach stattete ich den talwärts gelegenen Donaustrand einen Besuch ab, der seine Ufer gut landeinwärts verlagert hatte. Mein Kanu küsste fasst eine alte Feuerstelle. Auf diesem Weg dorthin probierte ich wie so oft den Indianstroke aus. Über unruhiges Wasser empfinde ich damit mehr Kontrolle zum Wasser und Kanu. Es war wieder einmal eine sehr interessante Fahrt gewesen und bin froh darüber es einfach gemacht zu haben.
Ahoi Mike
#225 RE: Bergfahrt 50 - 52 / 2016

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